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15.08.2014

Enttäuschende Konjunkturzahlen und die geopolitischen Spannungen lassen Anleger weiter auf Bundesanleihen setzen.

Russischer LKW-Konvoi in der Ukraine: Wegen der geopolitischen Risiken agieren Anleger extrem vorsichtig. (Foto: picture alliance / dpa)

Der Bund-Future hat das erste Mal seit seiner Einführung zeitweilig die Hürde von 150 Punkten durchbrochen, was derzeit einem Renditeniveau bei den zehnjährigen Bundesanleihen von 1,01 Prozent entspricht. Dazu beigetragen haben enttäuschende Konjunkturzahlen aus Deutschland und Frankreich. Die Stagnation der US-Einzelhandels-umsätze war ein weiterer Impuls, um den Bund-Kursen Auftrieb zu geben. Angesichts der geopolitischen Spannungen konnten die wenigen positiven Konjunkturzahlen nicht zu höheren Renditen beitragen. Im Gegenteil: Die Unklarheit über die russischen Hilfstransporte in die Ukraine, der Handelskrieg zwischen Russland und der Europäischen Union, die Flugzeugeinsätze der USA im Irak und die instabile Waffenruhe zwischen Israelis und Palästinensern trieben viele Anleger in den sicheren Hafen der Bundesanleihen.

Dieses Umfeld ist ein guter Nährboden für Spekulationen über weitergehende Maßnahmen von Seiten der Europäischen Zentralbank. Sollte sich die Konjunktur bis September nicht belebt haben, könnten Anleiheankäufe ein konkreteres Szenario werden, meint Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt der HSH Nordbank. Insgesamt sollte ein Abtauchen unter die Ein-Prozent-Marke bei den zehnjährigen Titeln nicht mehr überraschen und das würde auch den Bund-Future über die 150 Punkte-Marke heben.