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08.08.2014

Zehnjährige Bundesanleihen rentieren nahe der Ein-Prozent-Marke. Die Europäische Zentralbank verweist auf steigende Energiepreise und lässt die Zinspolitik unverändert. Geopolitische Risiken dominieren die Märkte.

Russlands Präsident Wladimir Putin reagiert auf die Wirtschaftssanktionen des Westens mit Importverboten. (Foto: picture alliance / dpa)

Die zehnjährigen Staatsanleiherenditen sind weiter gefallen – ihre Rendite nähert sich dem einen Prozent. Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt der HSH Nordbank, würde sich nicht wundern, wenn diese Marke bald nach unten durchbrochen wird. Auf der Suche nach den Gründen für diese Entwicklung wird man rasch fündig. So haben sich die Spannungen zwischen der Europäischen Union (EU) und den USA auf der einen Seite und Russland auf der anderen Seite weiter verschärft, nachdem Präsident Wladimir Putin Importverbote für sämtliche Agrarimporte aus den USA sowie Obst und Gemüse aus der EU angekündigt hat. Gerüchte, dass Russland bald Überflugverbote für Fluglinien aus den USA und der EU verhängt, haben sich bislang nicht bestätigt, würden aber ins Bild passen, in dem rationale Überlegungen über die ökonomischen Kosten und Nutzen derartiger Maßnahmen immer weniger Platz finden. Gleichzeitig gibt es keinerlei Anzeichen einer Beruhigung des Kriegs in der Ukraine. Viele Investoren waren darüber hinaus auch von der anhaltenden Rezession in Italien schockiert. Die Entwicklung an der Zinsfront wird nach Ansicht von de la Rubia in erster Linie von den geopolitischen Entwicklungen abhängen, wo sich derzeit keine Entspannung in der Ukraine, wohl aber im Israel-Palästina-Konflikt abzeichnet.