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Rententrends 4/2014
17.04.2014

Nach einem konjunkturellen Tief im Dezember 2013 und Januar 2014 kommen in den USA Frühlingsgefühle auf. Das stellt nun die Geldpolitik der Federal Reserve vor neue Herausforderungen.

Im New Yorker Central Park: Im Frühling 2014 mehren sich die Anzeichen, dass sich die Erholung der US-Wirtschaft fortsetzt. (Foto: picture alliance / Peter Groenendijk/Robert Harding)

Konjunkturell scheint es in den USA runder zu laufen. Der harte Winter hatte sichtbare Spuren bei der wirtschaftlichen Aktivität insbesondere im Dezember und Januar hinterlassen. Mittlerweile mehren sich die Anzeichen, dass sich der Erholungstrend fortsetzt. Allerdings gibt es gleichzeitig zunehmende Indizien einer Überhitzung in einigen Finanzmarktsegmenten. Darauf verweist unter anderem der Internationale Währungsfonds in seinem jüngsten Finanzmarktstabilitätsbericht. Die dort präsentierten Zahlen sind in der Tat beunruhigend, da viele Indikatoren darauf hinweisen, dass Investoren noch leichtsinniger sind als im Jahr 2007. Die Federal Reserve (Fed) steht vor der schwierigen Aufgabe, auf der einen Seite die Normalisierung der Geldpolitik fortzusetzen, um noch stärkere Übertreibungen zu verhindern. Auf der anderen Seite kann jede Straffung der geldpolitischen Zügel zu einer Überreaktion von Investoren führen. Wir gehen weiter davon aus, dass die US-Notenbank letztlich den Exit aus der experimentellen Geldpolitik der vergangenen Jahre erfolgreich managt. Die Risiken einer plötzlichen Destabilisierung sind jedoch signifikant gestiegen, wie die Nervosität der Anleger in den vergangenen Tagen gezeigt hat. In diesem Umfeld ist kurzfristig nur mit einem geringfügigen Anstieg der langfristigen Renditen zu rechnen.

Eurozone: Spekulationen um QE-Programm und Krise in Ukraine drücken Renditen

Die Teuerung ist im März in der Eurozone überraschend niedrig ausgefallen. Doch die Europäische Zentralbank (EZB) hat auf ihrer Zinssitzung am 3. April die Nerven behalten und keine weitere geldpolitische Lockerung eingeleitet. Für die Notenbank bleibt der mittelfristige Inflationsausblick intakt, das heißt die Inflationsraten sollten noch für einen längeren Zeitraum auf niedrigem Niveau verharren, sich aber längerfristig aufgrund der Konjunkturerholung dem Inflationsziel der EZB von knapp zwei Prozent annähern. Solange die EZB an diesem Basisszenario festhält, dürfte es keine Lockerung der Geldpolitik geben. Eine erneute Zinssenkung und/oder ein Quantitive-Easing-Programm würden nur auf die Agenda rücken, wenn der mittelfristige Inflationsausblick sich nach unten verschiebt. Die Spekulationen um ein QE-Programm sowie die schwelende Krim-Krise haben die Bund-Renditen auf niedrigen Niveaus gehalten. Aber auch die Renditen der Staatsanleihen aus der Euro-Peripherie erreichen immer niedrigere Stände. Auf der Suche nach Anlagemöglichkeiten und Renditeaufschlägen scheinen Anleger Risiken nicht mehr adäquat zu bewerten – das zeigt auch die Rückkehr Griechenlands an den Kapitalmarkt.

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