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03.03.2014

Warum Unternehmer in Innovationen investieren sollten und was der Batteriehersteller Varta richtig macht.

Wettbewerbsfähige Unternehmen investieren in Innovation und Forschung. (Foto: picture alliance / Bildagentur-online / Tetra-Images)

Steigende Umsätze, neue Jobs und günstige Finanzierungsbedingungen: Der deutsche Mittelstand rechnet mit einem guten Geschäftsjahr 2014, berichtet die WELT. Die Bewertung der Geschäftslage sei zurzeit so gut wie seit zwei Jahren nicht mehr. Einer Befragung der Beratungsgesellschaft Ernst & Young zufolge rechneten 55 Prozent der Unternehmen mit steigenden Umsätzen in diesem Jahr. Lediglich sieben Prozent erwarteten einen Rückgang. Laut Peter Englisch, Partner bei Ernst & Young, ist nun „das Eis gebrochen“ und die Unternehmen würden bei den Ausgaben für neue Technik und Produkte jetzt „wieder Gas geben“. Der Chefvolkswirt des Deutschen Industrie- und Handelskammertags, Alexander Schumann, fügt hinzu: Die positive Stimmung spiegele „die strukturelle Stärke viele Unternehmen wider, die in den vergangenen Jahren gezielt ihre Eigenkapitalquote und damit auch ihr Rating verbessert haben.“

Fachkräfte dringend gesucht

Die gute Stimmung im Mittelstand könnte sich laut einem weiteren Bericht der WELT auch positiv auf den Arbeitsmarkt auswirken: 28 Prozent der von Ernst & Young befragten Unternehmen wollen neue Jobs schaffen. Doch da 60 Prozent der Firmen die heute offenen Stellen schon nicht mehr besetzen können, sollte es schwer werden, geeignetes Personal zu finden, so die WELT. Erschwerend komme hinzu, dass etwa 31 Milliarden Euro an Umsatz aufgrund des Fachkräftemangels nicht realisiert werden könnten.

Firmen bringen weniger neue Produkte auf den Markt

Die deutsche Wirtschaft droht ins Hintertreffen zu geraten, schätzt das Handelsblatt. „Vielen fehlt die Kraft für Innovationen“, titelt die Zeitung. Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa hatte ergeben, dass viele Manager die Innovationsfähigkeit der eigenen Firma für „stark verbesserungswürdig“ halten. Die geschwächte Innovationskraft der deutschen Wirtschaft werde auch von einer Studie der staatlichen KfW-Bank belegt, so das Handelsblatt. Die sogenannte Innovatorenquote sei im Zuge der Finanzkrise seit 2008 um ein Drittel eingebrochen. Nur 30 Prozent der mittelständischen Unternehmen hätten in den vergangenen drei Jahren neue Produkte oder Prozesse eingeführt. Ein verstärktes Engagement der Firmen beim Thema Innovation sei nur zu erwarten, wenn sich deren Geschäftslage verbessern sollte. Die Experten der KfW stellten jedoch fest, es reiche nicht aus, auf die Konjunkturentwicklung zu setzen, um das Innovationspotenzial des Mittelstands nachhaltig zu verbessern.

Für Innovationen brauchen die Produktentwickler in den Unternehmen strategische Vorgaben und gleichzeitig große Freiräume, so das Handelsblatt. Als Beispiel führt die Zeitung den Batteriehersteller Varta an. Das Unternehmen habe eine kreative Atmosphäre geschaffen, die so bei den asiatischen Wettbewerbern nicht herrsche. 25 Prozent ihrer Arbeitszeit sollten die Entwickler für neue Ideen einsetzen. „Wir können neues Wissen besonders schnell in Innovationen und marktreife Produkte umwandeln“, sagt Herbert Schein, Chief Executive Officer der VARTA Microbattery GmbH. Ausgelagert werde nur die Forschung, die nicht allzu schnell zu neuen Produkten führen werde.

Konkurrenz belebt das Geschäft

Eine größere Innovationskraft sowie Agilität und Flexibilität könnten Unternehmen vor allem im Ausland erwerben, so das Handelsblatt in einem Artikel über eine noch unveröffentlichte Studie von Ernst & Young. Denn Konkurrenz belebe das Geschäft – und die sei international härter. Viele Mittelständler aus der deutschen Provinz seien so zu Weltmarktführern aufgestiegen. Hermann Simon, Professor für Betriebswirtschaft und Unternehmensberater, der laut Handelsblatt den Begriff „Hidden Champion“ prägte, empfiehlt Unternehmen sogar, zuerst in den fortgeschrittensten Auslandsmarkt einzusteigen: Denn wer sich dort durchsetze, der schaffe es schneller, globale Spitzenpositionen zu besetzen.

Zur Methode

Für den Pressefokus „Mittelstand“ wertet Unternehmer Positionen Nord regelmäßig meinungsbildende Zeitungen, Fachzeitschriften und Onlineportale mit Wirtschaftshintergrund sowie norddeutsche Regionalzeitungen aus. Auf einen Blick erhalten Sie damit eine Auswahl fundierter Expertenmeinungen und konträrer Einschätzungen in der aktuellen Berichterstattung. Dabei werden mittel- bis langfristige Trends herausgearbeitet, die Schlüsse auf die zukünftige Entwicklung im deutschen Mittelstand zulassen. Besonders berücksichtigt werden Zitate von Experten aus Banken und Unternehmen.

Im vorliegenden Pressefokus für den Monat Februar (beobachteter Zeitraum: 1. bis 27. Februar 2014) wurden Artikel aus folgenden Quellen ausgewertet: die WELT, Handelsblatt.