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Vertrauensbarometer
04.02.2014

Deutsche Unternehmen genießen weltweit hohe Anerkennung. Vor allem der Mittelstand trägt zur positiven Wahrnehmung bei, wie das Vertrauensbarometer 2014 der Agentur Edelman belegt. Was Unternehmen glaubwürdig macht.

Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht auf einem Festakt der Stiftung Familienunternehmen: Das Vertrauen in kleine und mittlere Unternehmen ist so hoch wie nie. (Foto: picture alliance / chromorange)

Das Vertrauen in die deutsche Wirtschaft befindet sich auf einem Rekordhoch, besonders dank kleiner und mittelständischer Unternehmen. Zu diesem Ergebnis kommt das Vertrauensbarometer 2014 der Agentur Edelman. Für die Studie wurden insgesamt 33.000 Personen in 27 Ländern befragt. Sie ist damit die weltweit größte Untersuchung zum Thema Vertrauen in die Wirtschaft sowie gegenüber Regierungen, Nichtregierungsorganisationen und Medien.

„Der Mittelstand ist nicht nur das Rückgrat der deutschen Volkswirtschaft“, kommentiert Susanne Marell, Geschäftsführerin von Edelman Deutschland, das Ergebnis. „Kleine und mittlere Firmen, allen voran Familienunternehmen, schaffen auch Vertrauen durch ihr verantwortungsvolles Handeln, ihre Innovationskraft sowie die Nähe zu ihren Mitarbeitern und den Menschen in den Regionen.“

Familienunternehmen sind größte Vertrauensspender

Mit 77 Prozent ist das Vertrauen der Befragten in kleine und mittlere Unternehmen im Vergleich zu anderen Betriebsgrößen in Deutschland am stärksten ausgeprägt. Vor allem Familienunternehmen gelten als glaubwürdig und vertrauensvoll (86 Prozent). Großkonzerne halten dagegen nur 49 Prozent für glaubwürdig. Noch geringer fällt das Vertrauen in börsennotierte Unternehmen aus (39 Prozent).

Der Mittelstand ist damit wichtigster Vertrauenstreiber der Wirtschaft in der Bunderepublik. Auch insgesamt schneidet die deutsche Wirtschaft mit einem Durchschnittswert von 57 Prozent gut ab. Gegenüber dem vergangenen Jahr stieg der Vertrauenswert damit um neun Prozentpunkte. Noch nie war das Vertrauen in die Wirtschaft seit Beginn der Erhebung im Jahr 2001 höher.

Im internationalen Vergleich zeigt sich: Für das Vertrauen in ein Unternehmen ist neben anderen Faktoren vor allem sein Unternehmenssitz entscheidend. Den deutschen Unternehmen bringen die weltweit Befragten dabei am meisten Vertrauen entgegen (80 Prozent), gefolgt von Unternehmen in Schweden und in der Schweiz (je 79 Prozent). „Das oft als unflexibel kritisierte Deutschland verfügt über einen entscheidenden Standortvorteil: Vertrauen und Glaubwürdigkeit. Weltweit bringen die Menschen deutschen Unternehmen eine große Wertschätzung entgegen, eine sehr wichtige Voraussetzung für wirtschaftlichen Erfolg“, sagt Marell.

Innovativ, offen, verantwortungsvoll – was Vertrauen ausmacht

Nach der Edelman-Befragung fällt das Vertrauen in Unternehmen aus Privatbesitz mit 73 Prozent generell höher aus als zu Aktiengesellschaften (34 Prozent). Die Gründe: Private Unternehmen werden als innovativer, offener und verantwortungsvoller wahrgenommen. Beispielsweise sind 77 Prozent der Befragten der Meinung, Firmen in privatem Besitz reagierten besser auf Kundenwünsche. 73 Prozent bewerten die Produkte von privaten Unternehmen als hervorragend, nur 45 Prozent die von börsennotierten Unternehmen. 61 Prozent glauben, Privatunternehmen handelten verantwortungsvoll, nur 24 Prozent sagen das über Aktiengesellschaften.

Innerhalb der Unternehmen spielt die Glaubwürdigkeit der Geschäftsführer und Vorstände eine immer wichtigere Rolle. Die Glaubwürdigkeit von Chief Executive Officers (CEOs) wurde im Vergleich zum Vorjahr um neun Prozentpunkte höher bewertet (37 Prozent). Damit wird den CEOs eine größere Bedeutung beigemessen, wenn es darum geht, das Vertrauen in ein Unternehmen zu stärken. Die Öffentlichkeit legt laut Edelman-Barometer vor allem Wert darauf, wie die Geschäftsführung kommuniziert (klar und transparent), wie sie Mitarbeiter einbezieht (regelmäßig), dass sie in schwierigen Zeiten ihre Verantwortung wahrnimmt und dass sie auch unangenehme oder komplizierte Sachverhalte wahrheitsgemäß kommuniziert. Die Unternehmensspitze kann dieses Vertrauen jedoch nicht allein aufbauen. Nach wie vor wird die Glaubwürdigkeit von technischen Experten (70 Prozent, plus 17 Prozentpunkte) und einfachen Mitarbeitern (55 Prozent, plus zwölf Prozentpunkte) deutlich höher eingeschätzt.