SUCHE

08.11.2013

Was Mittelständler wissen sollten – die wichtigsten Positionen zum Thema Unternehmensfinanzierung.

Die schwache Kreditvergabe in Italien und anderen Krisenländern der Eurozone gilt als Bremsklotz für eine wirtschaftliche Erholung. (Foto: picture alliance / Design Pics)

Mittelständlern droht ein böses Erwachen, berichtet das manager magazin. Einer Umfrage des TÜV Rheinland zufolge soll das Risikomanagement in vielen Unternehmen bedenklich unterentwickelt sein. „Bis zu einem Fünftel der Firmen machen sich über strategische Risiken wie Wettbewerb, Ressourcen, IT-Sicherheit oder die Nachfolge so gut wie keine Gedanken“, weiß der TÜV. Knapp 30 Prozent der befragten Unternehmen nähmen so gut wie keine Risikosteuerung im Betriebsalltag vor. Stattdessen dominiere eher kurzfristiges Denken. Dabei spiele ein professionelles Risikomanagement eine immer größere Rolle für die Unternehmensfinanzierung. „Durch die strengeren Vorschriften, die ihnen das Regelwerk Basel III aufträgt, müssen Banken zunehmend auch Fragen der Zukunftsfähigkeit in ihre Finanzierungsentscheidungen einbeziehen“, so das manager magazin.

Motor des Mittelstands kommt nicht in Gang

Die Finanzierungskosten könnten in Zukunft zu einer Last für Unternehmen werden, die nur kurzfristige Kredite aufnehmen. Das berichtet die WirtschaftsWoche und beruft sich dabei auf ein neues Mittelstandspanel der staatseigenen Förderbank KfW. „Die Unternehmen sollten unbedingt Stressszenarien zur zukünftigen Zinsentwicklung in ihre Planung einbeziehen“, rät Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW. Weiterhin halten sich die Unternehmen bei Investitionen zurück: „Trotz des üppigen Kreditangebots kommt der Motor des Mittelstands nicht richtig in Gang“, so die WirtschaftsWoche.

Nach einem Bericht der Bundesbank, den die Nachrichtenagentur dpa-AFX zitiert, hat sich die Kreditvergabepolitik deutscher Banken im dritten Quartal 2013 kaum verändert: „Bei Krediten an Unternehmen ließen die Banken sowohl die Standards als auch die Margen per saldo weitestgehend unverändert.“ Die Nachfrage der Unternehmen nach Krediten habe unter dem Strich im dritten Quartal 2013 stagniert, nachdem im Vorquartal noch ein spürbarer Rückgang zu verzeichnen gewesen sei.

Kreditklemme in Europas Krisenländern

Hingegen soll die Vergabe neuer Kredite an Unternehmen in ganz Europa seit 2008 um fast die Hälfte eingebrochen sein. „Gerade in den europäischen Krisenländern leiden mittelständische Unternehmen unter massiven Finanzierungsproblemen“, fasst das Handelsblatt eine Untersuchung von Bain & Company und dem globalen Großbankenverband Institute of International Finance zusammen. Der Börsen-Zeitung zufolge beschäftigt die schwache Kreditvergabe die Verantwortlichen seit Monaten: Sie gelte vielen als zentraler Bremsklotz für die wirtschaftliche Erholung. Die Eurozone habe im Frühjahrsquartal 2013 zwar die längste Rezession ihrer Geschichte hinter sich gelassen, das Wachstum sei aber schwach. Für eine stärkere Erholung müsse auch die Kreditvergabe wieder anziehen.

„Wir verlieren Unternehmen in ganz Europa“, sagt Antonio Tajani, Kommissar der Europäischen Union, im Interview mit den VDI nachrichten. Die Industrie nehme eine immer geringere Rolle in Europa ein. „Dabei macht eine starke Industrie genau den Unterschied bei Wachstum und Jobs aus“, so Tajani. Deshalb müsse der industriellen Wettbewerbsfähigkeit höchste Priorität eingeräumt werden.

Zur Methode

Für den Pressefokus „Unternehmensfinanzierung“ wertet Unternehmer Positionen Nord regelmäßig meinungsbildende Zeitungen, Fachzeitschriften und Onlineportale mit Wirtschaftshintergrund aus. Auf einen Blick erhalten Sie damit eine Auswahl fundierter Expertenmeinungen und konträrer Einschätzungen in der aktuellen Berichterstattung. Dabei werden mittel- bis langfristige Trends herausgearbeitet, die Schlüsse auf die zukünftige Entwicklung in der Unternehmensfinanzierung zulassen. Besonders berücksichtigt werden Zitate von Experten aus Banken und Unternehmen.

Im vorliegenden Pressefokus für die Monate Oktober und November (beobachteter Zeitraum: 11. Oktober bis 7. November 2013) wurden insgesamt sechs Artikel aus folgenden Quellen ausgewertet: dpa-AFX, Börsen-Zeitung, Handelsblatt, manager magazin, VDI nachrichten und WirtschaftsWoche.