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Pressefokus
26.11.2013

Was Mittelständler wissen sollten: von den globalen Wirtschaftstrends über Exportquoten bis zu den Auswirkungen eines Freihandelsabkommens zwischen Europa und den USA.

Internationale Gespräche: Klaus Schwab, Gründer und Präsident des World Economic Forum (rechts), und Sultan bin Saeed Nasser Al Mansouri, Wirtschaftsminister der Vereinigten Arabischen Emirate (links). (Foto: picture alliance / dpa)

Das World Economic Forum (WEF) hat die Megatrends ermittelt, die Wirtschaftsführer bei ihrer Entscheidungsfindung berücksichtigen sollten. Die zehn wichtigsten Themen fasst das Handelsblatt wie folgt zusammen:

  1. Gesellschaftliche Spannungen im Nahen Osten und in Nordafrika
  2. Weitere Öffnung der Einkommensschere
  3. Strukturell bedingte Arbeitslosigkeit
  4. Verstärkte Bedrohung durch Cyberattacken
  5. Rasche Verbreitung von Fehlinformationen
  6. Untätigkeit gegenüber dem Klimawandel
  7. Schwindendes Vertrauen in die Wirtschaftspolitik
  8. Wertemangel in den Unternehmensführungen
  9. Wachsender Mittelstand in Asien
  10. Steigende Bedeutung der Megastädte

„Die Trends, die 2014 die globale Agenda bestimmen werden, sind von enormer Komplexität und stehen in wechselseitiger Beziehung zueinander“, sagt der Präsident des WEF, Klaus Schwab. „Ich sehe keine Alternative zu einer besseren globalen Zusammenarbeit, wenn wir die schwerwiegendsten Auswirkungen abmildern und deren positive Dynamik nutzen wollen.“ Gelegenheit zum intensiven Austausch werden die globalen Entscheider wieder vom 22. bis 25. Januar 2014 haben – auf dem 44. Jahrestreffen des WEF in Davos.

Maschinenbau geht globale Kooperationen ein

Durch verstärkte Internationalisierung will der deutsche Maschinenbau seine weltweit führende Stellung weiter ausbauen, so ein Bericht der Fuchs-Briefe. Während die Märkte in der Europäischen Union (EU) künftig an Bedeutung verlieren würden, zählten China, die USA und Russland zu den wichtigsten Abnehmern der Branche. Dort werde die Markterschließung durch Zukäufe und mittelständische Kooperationen vertieft. Deutschland solle jedoch als Standort für die hochpreisige Produktion erhalten bleiben. Im Ausland werde das mittlere Segment ausgebaut.

Exportstrategie deutscher Firmen ist vorbildhaft

Kleine Firmen müssen internationaler werden, fordert Daniel Calleja-Crespo, Mittelstandsbeauftragter der Europäischen Union (EU). Wie die WirtschaftsWoche berichtet, kann die Exportstrategie deutscher Firmen nach Auffassung der EU anderen Ländern als Beispiel dienen. „Wir wollen, dass die anderen Länder mehr exportieren und sich international ausrichten, um mehr Jobs und Wachstum zu schaffen“, so Calleja-Crespo.

Gerade die Exportstärke könnte Deutschland aber zum Verhängnis werden. Laut der Deutschen Presse-Agentur will die EU-Kommission bis zum Frühjahr 2014 ermitteln, ob der hohe Außenhandelsüberschuss der Bundesrepublik ein wirtschaftliches Ungleichgewicht und damit ein Problem für die ganze Eurozone ist. Dabei gehe es nicht darum, die Exporte einzuschränken, sondern die Importe aus anderen EU-Ländern anzukurbeln.

Freihandelsabkommen bringt beiden Seiten Vorteile

In der EU könnten durch das Freihandelsabkommen mit den USA 400.000 neue Jobs entstehen – 110.000 davon in Deutschland. Zu diesem Ergebnis kommt nach dem Informationsdienst haufe.de das ifo Institut in München. „Neben steigenden Exporten in die USA, vor allem von mittelständischen Unternehmen, würden steigende Reallöhne und mehr Beschäftigung in Deutschland folgen“, so der Außenwirtschaftsexperte Ulrich Ackermann vom Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. Auch die deutsche Autoindustrie sieht nach haufe.de „erhebliches Potenzial“. Vom US-Markt profitieren kann beispielsweise der drittgrößte Autozulieferer Deutschlands, ZF Friedrichshafen, berichtet das Handelsblatt. „Insbesondere im US-Markt haben wir azyklisch investiert“, sagt Firmenchef Stefan Sommer. Im neuen US-Werk von ZF Friedrichshafen laufen jährlich 1,2 Millionen Getriebe vom Band.

Zur Methode

Für den Pressefokus „Mittelstand“ wertet Unternehmer Positionen Nord regelmäßig meinungsbildende Zeitungen, Fachzeitschriften und Onlineportale mit Wirtschaftshintergrund sowie norddeutsche Regionalzeitungen aus. Auf einen Blick erhalten Sie damit eine Auswahl fundierter Expertenmeinungen und konträrer Einschätzungen in der aktuellen Berichterstattung. Dabei werden mittel- bis langfristige Trends herausgearbeitet, die Schlüsse auf die zukünftige Entwicklung im deutschen Mittelstand zulassen. Besonders berücksichtigt werden Zitate von Experten aus Banken und Unternehmen.

Im vorliegenden Pressefokus für den Monat November (beobachteter Zeitraum: 24. Oktober bis 21. November 2013) wurden insgesamt sechs Artikel aus folgenden Quellen ausgewertet: Deutsche Presse-Agentur, Fuchs-Briefe, Handelsblatt, haufe.de, WirtschaftsWoche.