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30.08.2013

Energie ist in Deutschland teuer. Wie sich Unternehmen auf ökologische Weise von steigenden Preisen unabhängig machen können, erklären die Bayerische Staatszeitung und die Frankfurter Rundschau.

Ökostrom auch bei der Deutschen Bahn.

Ökostrom auch bei der Deutschen Bahn: Viele Großkonzerne und immer mehr Mittelständler in Deutschland setzen auf erneuerbare Energien. (Foto: picture alliance)

„Her mit Pkw-Maut und Ökostrom!“, fordert Josef Gries, Familienunternehmer aus Unterhaching bei München, in der Bayerischen Staatszeitung. Da Strom ein hoher Kostenfaktor des Unternehmens für Kunststoffformenbau ist, fordert Gries, den Preis für Energie stabil zu halten. Weitgehend unabhängig von der Entwicklung der Preise am Strommarkt will sich die Metro Group machen. Anfang Juli nahm der Handelsriese daher die ersten beiden Blockheizkraftwerke in Betrieb, berichtet die Frankfurter Rundschau. Mit der Eigenproduktion könne Metro alle Kosten, die mit Strom und Wärme verbunden sind, vermeiden. Dazu zählten auch die Ökostromumlage und die Netzentgelte, so die Zeitung. Immer mehr Konzerne in Deutschland setzten auf Blockheizkraftwerke – Bayer, BASF, Daimler und die Radeberger-Gruppe beispielsweise. „Jeder, der kann, versucht dem System zu entkommen“, zitiert die Frankfurter Rundschau den Energieexperten des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung, Prof. Dr. Manuel Frondel. Auch mittelständische Unternehmen begännen jetzt damit, eigenen Strom zu produzieren.

Investitionen, um Energie zu sparen

Von einer neuen Methode, mit der Unternehmen ihre Energiekosten senken, berichtet die Mittelbayerische Zeitung. Olaf Mundt, Inhaber und Geschäftsführer der OM-Klebetechnik, soll es gelungen sein, mit einer geothermischen Lösung und sogenannten Hochleistungsenergiepfählen 99 Prozent der Energiekosten einzusparen. Nach Mundt werden sich die Investitionskosten – wenn die Energiepreise weiter so steigen wie bisher – in den nächsten vier bis fünf Jahren amortisiert haben.

Im Vergleich zu anderen Ländern der Europäischen Union (EU) ist Energie in Deutschland teuer. Nach Angaben des statistischen Amts der EU stand die Bundesrepublik im zweiten Halbjahr 2012 auf Platz zwei hinter Zypern. Deutsche Unternehmen klagten immer wieder über die so entstehenden Wettbewerbsnachteile, so ein Bericht des Mindener Tageblatts. Die Politik könne dabei nicht mehr lange zusehen. Wo die Bundesregierung beim Thema Energiekosten nachjustieren müsste, befragte die Nordwest-Zeitung den Wirtschaftsminister und FDP-Chef Philipp Rösler. „Der Strompreis wird festgelegt durch den Gesetzgeber“, sagt er. „Das führt zu so absurden Ergebnissen, dass man für Windräder, die irgendwo gebaut werden und keinen Netzanschluss haben, trotzdem für die nächsten 20 Jahre 95 Prozent der üblichen Vergütung erhält.“

Bard I läuft an

Die erste Offshoreanlage zur Nutzung von Windkraft in Deutschland nahm Ende August vor der Insel Borkum den Betrieb auf. Schon bald sollen weitere folgen, berichtet die Berliner Morgenpost – trotz großer Risiken bei der Finanzierung. Die Zeitung berichtet über eine weitere oft geäußerte Kritik: Der Bau von Offshorewindparks sei nicht nur vergleichsweise teuer, sondern auch ein Rückfall in die Zeit einer zentralen Energieversorgung durch Großkonzerne. Dieser Kritikpunkt treffe allerdings nicht die Realität. Am Bau von Offshorewindparks würden auch Stadtwerke und mittelständische Unternehmer beteiligt, so die Morgenpost.

Über Windkraft als zweites Standbein für mittelständische Unternehmer informiert ein Artikel der Bremer Nachrichten: Die Fassmer Werft produziere nicht nur Schiffe, sondern auch Verkleidungen für Windkraftanlagen. Wie Geschäftsführer Harald Fassmer berichte, helfe die breitere Aufstellung auch bei Finanzierungsverhandlungen mit Banken.

Zur Methode

Für den Pressefokus „Mittelstand“ wertet Unternehmer Positionen Nord regelmäßig meinungsbildende Zeitungen, Fachzeitschriften und Onlineportale mit Wirtschaftshintergrund sowie norddeutsche Regionalzeitungen aus. Auf einen Blick erhalten Sie damit eine Auswahl fundierter Expertenmeinungen und konträrer Einschätzungen in der aktuellen Berichterstattung. Dabei werden mittel- bis langfristige Trends herausgearbeitet, die Schlüsse auf die zukünftige Entwicklung im deutschen Mittelstand zulassen. Besonders berücksichtigt werden Zitate von Experten aus Banken und Unternehmen.

Im vorliegenden Pressefokus für den Monat August (beobachteter Zeitraum: 1. bis 29. August 2013) wurden insgesamt sieben Artikel aus folgenden Quellen ausgewertet: Bayerische Staatszeitung, Berliner Morgenpost, Bremer Nachrichten, Frankfurter Rundschau, Mindener Tageblatt, Mittelbayerische Zeitung und Nordwest-Zeitung.