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Research kompakt
21.05.2013

Die Signale von der US-Konjunkturfront sind nach Einschätzung der Analysten der HSH Nordbank gemischt positiv, während die Unsicherheit über die ungelösten Budgetprobleme tendenziell abnimmt.

Mann mit Dow-Basecap

US-Börsen in Hochstimmung: Die euphorische Stimmung passt nicht zu den Fundamentaldaten. (Foto: picture alliance / landov)

Dies hängt zum Teil damit zusammen, dass das Budgetdefizit in diesem Jahr deutlich geringer ausfallen wird als erwartet. Derweil geht die Diskussion in der Fed um ein vorzeitiges Ende des Anleiheankaufprogramms weiter und hat zusammen mit den besseren Wirtschaftsdaten für einen Renditeanstieg gesorgt. Die Rallye der Aktienmärkte auf neue Rekordhochs unterstreicht die höhere Risikobereitschaft der Investoren. Die geradezu euphorische Stimmung passt aber nicht so recht zu den Fundamentaldaten, die HSH Nordbank-Analysten insgesamt eher als verhalten positiv beurteilen. Für die nächsten Quartale gehen sie von steigenden Renditen aus. Per Jahresende dürften die zehnjährigen T-Notes etwa 40 Basispunkte über dem derzeitigen Niveau liegen und 2,30% erreichen.

Eurozone: Weitere Leitzinssenkung der EZB unwahrscheinlich

Obwohl die Eurozone weiterhin in der Rezession ist, haben viele Finanzmarktteilnehmer auf risk-on geschaltet, was sich in den euphorisch anmutenden Aktienmärkten und einer weiteren Entspannung des Eurokrisenbarometers der HSH Nordbank widerspiegelt. In diesem Umfeld sind die Bund-Renditen wieder gestiegen, wenngleich etwas verhaltener als in den USA und in Japan.

Die Zinssenkung der EZB von 0,75% auf 0,50% und die Andeutung, dass man noch weitere Zinsschritte nach unten durchführen könnte, wurde von den Aktienmärkten zwar gefeiert, wirft aber viele Fragezeichen auf. Denn eine erneute Senkung würde bedeuten, dass dann vermutlich auch der Einlagenzins, der bei den vergangenen Senkungen konstant bei 0% gehalten wurde, in den negativen Bereich fallen könnte. Dies wäre nach Meinung der Analysten der HSH Nordbank kontraproduktiv. Da sie in der zweiten Jahreshälfte von freundlicheren Wachstumszahlen ausgehen, halten sie eine erneute Zinssenkung für unwahrscheinlich.