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17.05.2013

Das Global Economic Symposium (GES) ist 2008 gegründet worden und hat sich zur Aufgabe gemacht, einmal im Jahr Persönlichkeiten aus aller Welt zusammenzubringen, um wissensbasiert nach Lösungen für wirtschaftliche und gesellschaftliche Probleme zu suchen. Am 1. und 2. Oktober 2013 wird das GES in Kiel stattfinden. Die Mittelstandsinitiative der HSH Nordbank, Unternehmer Positionen Nord, berichtet von der Auftaktveranstaltung in Lübeck.

Plenum auf dem Global Economic Symposium

Plenum auf dem Global Economic Symposium (Foto: Kaufmannschaft zu Lübeck / Fotograf: Olaf Malzahn)

Global denken, lokal handeln. Dieses Leitmotiv passte hervorragend zu der ersten Auftaktveranstaltung des Global Economic Symposium (GES), zu der das Institut für Weltwirtschaft (IfW) und die Lübecker Kaufmannschaft am 16. Mai in das Hotel Holiday Inn Lübeck geladen hatten. Denn hier trafen Unternehmerinnen und Unternehmer aus der Region mit einem global denkenden Wirtschaftsinstitut zusammen.

Professor Dennis Snower, Präsident des IfW, machte in seiner Begrüßungsrede mit den Beispielen Finanzmarktkrise, Klimawandel, Jugendarbeitslosigkeit gleich deutlich, worum es geht: Um globale Probleme, die lokal in der Lebens- und Arbeitswelt spürbar sind. Das GES hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen aus aller Welt, die mit ähnlichen Problemen konfrontiert sind, zu versammeln.

Anders als Davos

Die Liste der bisher angemeldeten Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist beeindruckend und durchaus vergleichbar mit der jährlichen Veranstaltung in Davos, die stets für große Medienaufmerksamkeit sorgt. Nur beispielhaft seien Kommissionspräsident José Manuel Barroso, Nobelpreisträger Edmund Phelps und Hedgefondslegende George Soros genannt. Dennoch möchte Professor Snower das GES deutlich von Davos abgegrenzt sehen. Er formuliert es etwas zugespitzt so: „In Davos kann man sich nicht blamieren, bei uns schon", und meint damit  den kompromisslosen Fokus auf Lösungsansätze, statt einfach nur Meinungen auszutauschen.

Es gibt aber noch weitere Unterschiede zu Davos. So bindet GES beispielsweise Schulen ein, die ebenfalls die Möglichkeit haben, ihre Ideen zu präsentieren. Darüber hinaus betont  Snower die Verankerung des GES in Norddeutschland. So findet die Veranstaltung jedes zweite Jahr in Kiel statt, im Wechsel mit internationalen Städten wie beispielsweise Istanbul (2010) und Rio de Janeiro (2012).

Der deutsche Mittelstand: "Who are these guys?"

Ein besonderes Anliegen ist Snower die Einbindung des deutschen Mittelstands einschließlich der kleinen und mittleren Unternehmen. Denn die Fähigkeit Deutschlands, sich in der schwersten globalen Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit derart gut zu behaupten, beruht auf dem deutschen Mittelstand. Das dringt immer mehr in das Bewusstsein internationaler Beobachter, wie Snower bei Gesprächen im Ausland feststellt: "Die fragen mich ‚Who are these guys?‘". Der Präsident des IfW wünscht sich daher verstärkt Veranstaltungen, die Unternehmer rund um das GES organisieren und bei denen GES-Sprecher  eingeladen werden. Snower begrüßt es vor diesem Hintergrund sehr, dass die HSH Nordbank im Oktober eine GES-Veranstaltung mit Mittelständlern aus der Region plant.

Herr Michael Weiß, Präses der Kaufmannschaft zu Lübeck, konnte sich ebenfalls für die Ideen des GES begeistern und erhofft sich auch positive Impulse für die Region, die im Herbst durch die Veranstaltung verstärkt im deutschen und internationalen Rampenlicht stehen wird.

Erste Kostproben

Dr. Jens Boysen-Hogrefe sowie Dr. Dennis Görlich (beide vom IfW) gaben mit ihren Vorträgen über die Eurokrise und das Problem der Jugendarbeitslosigkeit eine erste Kostprobe über die Themen, zu denen Lösungen gesucht werden. Boysen-Hogrefe stellte ein konzeptionell durchdachtes und praxisnahes Modell zur Überwindung der Eurokrise vor, das auch in den Berliner Ministerien bereits für Aufmerksamkeit gesorgt hat. Der sogenannte Kieler Krisen-Kompass sieht neben einigen kurzfristigen Maßnahmen zur Stabilisierung der Eurozone langfristig die Möglichkeit der Insolvenz von Staaten und Banken vor, wodurch die Risiken endlich wieder richtig bewertet würden. Görlich stellte in seinem Vortrag fest, dass 40% der Jugendlichen in Europa (15 bis 25 Jahre), die beschäftigt sind, eine befristete Anstellung haben, und daher in Krisenzeiten überproportional leiden. Aufgrund der nachhaltigen Schäden, die durch Jugendarbeitslosigkeit sowohl auf privater als auch auf gesellschaftlicher Ebene entstehen, regt Görlich u.a. an hier anzusetzen und die Dualität des Arbeitsmarktes aufzubrechen.

Zum Abschluss der Auftaktveranstaltung lud ein kräftiges Buffet noch dazu ein, anregende Gespräche mit den Unternehmern aus der Region und den Veranstaltern zu führen. Insgesamt hat der Abend "Lust auf Mehr" gemacht. Wir freuen uns auf den 1. und 2. Oktober in Kiel.

Ansprechpartner UP-Redaktion
Dr. Cyrus de la Rubia, Tel.: 040 3333 15260