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Wochenbarometer
10.05.2013

Gute Konjunkturdaten sorgten für höhere Bundrenditen, niedrigere Risikoaufschläge und neue Rekordstände an den Aktienmärkten. Kurzfristig könnte sich dieser Trend fortsetzen.

EZB-Präsident Mario Draghi

Sonnige Aussicht für Börsianer: Die Kurse an der Wall Street steigen und in Deutschland eilt der Dax momentan von einem historischen Höchststand zum nächsten. (Foto: picture alliance / Sergi Reboredo)

Reichlich Liquidität kombiniert mit guten Fundamentaldaten, beflügelt die Rentenmärkte, mein Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt der HSH Nordbank. Für die Liquidität sorgen die Notenbanken auf der gesamten Welt – nicht nur die EZB hat den Leitzins gesenkt, auch die australische Notenbank hat die Zügel gelockert, während die Fed und die BoJ pro Monat rund 160 Mrd. USD in die Märkte pumpen. Gute Fundamentaldaten werden derzeit von überall her vermeldet: Chinas Exporte sind im April kräftiger gestiegen als erwartet, die Auftragsbücher deutscher Unternehmen haben sich im März wieder gefüllt und amerikanische Firmen haben im vergangenen Monat per Saldo 165.000 Stellen geschaffen. Im Ergebnis haben die Anleger den Risiko-Hebel erneut umgelegt und engagieren sich verstärkt in Aktien – neue Allzeithochs allerorten – und kaufen sogar frisch emittierte langfristige Staatsanleihen aus Portugal. Zehnjährige Bundrenditen haben in diesem Umfeld zeitweise die Marke von 1,30% überschritten.

Die kommenden Tage können Aufschluss darüber geben, ob die Verbesserung der Fundamentaldaten breiter angelegt ist, oder lediglich monatlicher Volatilität entspringt. In den USA werden die Einzelhandelsumsätze, die Industrieproduktionszahlen sowie Bausektordaten vermutlich zeigen, dass das von uns erwartete moderate Wachstumstempo von 2% nicht gefährdet ist. Die Exporte Deutschlands und die Industrieproduktion Italiens für den Monat März dürften noch Schwäche zeigen. Der ZEW-Indikator sollte sich dagegen freundlicher entwickeln. Unter dem Strich erwartet de la Rubia in den nächsten Tagen eine Fortsetzung des Renditeanstiegs bei Bunds und Treasuries.

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