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12.04.2013

Neue Unsicherheit in Eurozone durch Portugal. Für Normalisierung sprechen Fortschritte in Frankreich und sinkende Renditen in Italien und Spanien. Deshalb sollten die Renditen der zehnjährigen Bunds wieder anziehen. Der Euro ist zurück. Grund sind enttäuschende Konjunkturdaten aus den USA.

Colour Run: In Portugal herrscht nicht nur bei den Läufern Aufregung. (Foto: picture alliance / dpa)

Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen spiegelt mit einem Niveau knapp über 1,30% noch immer die Unsicherheit an den Finanzmärkten wider, meint Stefan Gäde, Analyst der HSH Nordbank. Dazu hat zuletzt vor allem Portugal beigetragen. Dort brachte das Verfassungsgericht die Regierung dadurch in die Bredouille, dass es die Kürzungen der Gehälter und Pensionen für Staatsbeamte für unzulässig erklärte. Jetzt muss Portugals Regierung neue Sparpotenziale erschließen, um die Auflagen des Rettungsprogramms zu erfüllen.

Aber es gibt auch Fortschritte in der Eurozone. So hat das französische Parlament die Arbeitsmarktreform verabschiedet, um die hohen Arbeitskosten zu senken und die Arbeitslosigkeit zu reduzieren. Darüber hinaus zeigt sich in unserem Nachbarland ein erster Silberstreif am Konjunkturhimmel. Die Industrieproduktion legte im Februar mit 0,7% überraschend deutlich zu. Weniger erfreulich ist die Lage in Italien und Spanien. Ihre Industrien produzierten weniger als erwartet. Ungeachtet dessen hat sich für beide „Sorgenkinder“ die Lage an den Rentenmärkten entspannt. Gäde erwartet eine Fortsetzung der Normalisierung an den Rentenmärkten. Dabei dürfte die Bedeutung der Bundesanleihen als sicher Hafen abnehmen. Infolgedessen sehen wir die Rendite der zehnjährigen Bunds kommende Woche weiter in Richtung 1,50% marschieren.

Der Euro ist wieder zurück und notiert aktuell deutlich über der Marke von 1,30 USD. Die Gemeinschaftswährung profitierte insbesondere von enttäuschenden Konjunkturdaten aus den USA und der sich fortsetzenden Normalisierung der europäischen Rentenmärkte. Der Euro kletterte von unter 1,28 auf zwischenzeitlich über 1,31 USD. Im Mittelpunkt des Geschehens stand dabei mehr eine mögliche Abnahme der Dynamik der US-Wirtschaft als die Diskussion der Notenbanker über einem baldigen Ausstieg aus dem Anleiheankaufprogramm. HSH Nordbank-Analyst Stefan Gäde erwartet in der kommenden Woche bei soliden US-Wirtschaftsdaten und der anhaltenden Rückkehr des Vertrauens in die Eurozone eine Seitwärtsbewegung des Euro gegenüber dem US-Dollar in einer Bandbreite von 1,30 bis 1,31 USD.

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