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Wochenbarometer
26.04.2013

Schwache vorlaufende Indikatoren schüren Spekulationen auf Zinssenkung der EZB. Auch in den USA stockt der Konjunkturmotor. Weder die Renditen der zehnjährigen Bunds noch der US-Treasuries haben momentan größeres Anstiegspotenzial.

Strand-Feeling an der italienischen Küste in der Region Cinque Terre: Die Niedrigzinsen sind für Spanien und Italien ein wichtiger Entspannungsfaktor. (Foto:picture alliance / Paul Mayall)

Die konjunkturelle Lage in der Eurozone hat sich weiter eingetrübt. Die insgesamt überraschend schwachen PMI’s und der rückläufige Ifo-Geschäftsklimaindex machen die Hoffnung zunichte, dass es noch im Frühjahr zu einer Belebung der Wirtschaft kommen wird. Dennoch ist die Nachfrage nach den Anleihen der Peripherieanleihen ungebrochen. Angesichts der überreichlichen Liquidität (aus Japan) wird momentan über die Vielzahl von Problemen der Eurozone hinweggesehen, wie die Verfehlung der Schuldenziele. Im diesem Umfeld sind die Renditen der Bundesanleihen auf ihrem niedrigen Zinsniveau knapp über 1,2 Prozent geblieben.

Das Highlight der kommenden Feiertagswoche ist die EZB-Sitzung am Donnerstag. Die gesunkenen vorlaufenden Indikatoren haben die Spekulationen auf eine Senkung des Leitzinses geschürt. Darüber hinaus mehren sich auch innerhalb der EZB die Befürworter eines Zinsschrittes, ggf. um 25 Basispunkte auf 0,5 Prozent. Stefan Gäde, Analyst der HSH Nordbank, geht allerdings von keiner weiteren Zinssenkung aus. Sie wäre aus seiner Sicht wenig hilfreich, weil sie die Lage in den Peripherieländern nicht verbessern würde. Deren Hauptproblem ist die Versorgung der Unternehmen mit Krediten. Hier sind die Politiker gefragt und nicht die Notenbanker. In diesem Umfeld wird es die Rendite der zehnjährigen Bunds schwer haben, sich nach oben abzusetzen.

In den USA stockt ebenfalls der Konjunkturmotor. Viel wird davon abhängen, ob der Haushaltsstreit bald beigelegt wird. Ansonsten werden die automatischen Ausgabenkürzungen dazu beitragen, der Konjunktur noch mehr Wind aus den Segeln zu nehmen. Infolgedessen rechnet HSH Nordbank Analyst Stefan Gäde in den nächsten Wochen kaum mit steigenden Treasury-Renditen.

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