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19.04.2013

Japans neue Geldpolitik sorgt für sinkende Renditen bei Bundanleihen. Belastend für den Euro sind die jüngsten Zinssenkungsfantasien in der Eurozone.

Ständiges Auf und Ab: Die Sprünge von Markus Kubicka und Karsten Kuritz sind präzise und berechenbar - die Sprünge des Euro derzeit nicht. (Foto: picture alliance / dpa)

Die Liquiditätswelle aus Japan hat für sinkende Renditen bei den Bundesanleihen gesorgt und wird in den kommenden Monaten sicherlich einen wichtigen Einfluss auf die Rentenmärkte haben, meint Cyrus la Rubia, Chefvolkswirt der HSH Nordbank. Während die entsprechenden Anlagegelder zunächst für einen verstärkten Zufluss in Staatsanleihen sorgen könnten, zeigt die Erfahrung mit den ersten QE-Programmen aus den USA noch etwas anderes: Die Risikofreude vieler Anleger stieg damals an, so dass die Renditen der Treasuries wieder anzogen. Ein gewisser Wachstumsschub in Japan, der durch das angekündigte Konjunkturprogramm in Gang kommen könnte, dürfte zudem die Illusion wecken, dass der geldpolitische Kurswechsel funktioniert. Vor diesem Hintergrund geht de la Rubia davon aus, dass die Renditen wieder steigen.

Die Schwäche des US-Dollar war nur vorübergehend. Der Euro kratzte zwar schon an der Marke von 1,32 USD, fiel dann aber wieder zurück und notiert aktuell bei 1,306. Unterstützung erhielt der Euro von schwächeren US-Konjunkturdaten, die all jenen die Luft aus den Segeln nahm, die auf einen baldigen Ausstieg der Fed aus ihrem QE-Programm gesetzt hatten. Zuletzt waren es die Notenbanker, die den Euro auf Talfahrt schickten. So sagte das ehemalige EZB-Direktoriumsmitglied Bini Smaghi, es sei für die europäischen Währungspolitiker unvermeidbar, den Euro zu schwächen. Außerdem stellte Bundbankpräsident Jens Weidmann einen niedrigeren Leitzins in Aussicht, falls die Inflations- und Wirtschaftsdaten dies notwendig erscheinen ließen. Allerdings rechnet Stefan Gäde, Analyst der HSH Nordbank, mit einer positiven Entwicklung der vorlaufenden Indikatoren, die in der kommenden Woche veröffentlicht werden, und einer Erholung des Euro in Richtung 1,32 USD.