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Eurokrisenbarometer
11.04.2013

Nach der vorläufig gelösten Zypern-Krise hat sich der Markt wieder deutlich beruhigt. Möglicherweise hat die Risikofreude auch durch Japans monetäre Revolution zugenommen.

Nach den Turbulenzen der letzen Wochen bezüglich der Zypern-Krise erholt sich der Euro wieder deutlich. Es scheint so, als seien die Äußerungen Dijsselbloems so wie die Abwicklung der Zyprischen Laiki Bank in Vergessenheit geraten. Sowohl die Risikoprämien Italiens als auch Spanien gehen deutlich zurück. Auch das Vertrauen der amerikanischen Investoren in Hinblick auf den europäischen Bankenmarkt verstärkt sich und so nimmt der Basisswap ab.

Der Blick der Märkte ist offensichtlich momentan mehr in Richtung Japan gerichtet und lenkt so von den Problemen in Europa ab. Von einer echten Stärke der Eurozone kann man derzeit aber nicht sprechen und so wäre es nicht verwunderlich, wenn das Krisenbarometer in den nächsten Tagen wieder eine Gegenbewegung zeigt.

Zur Konstruktion des Eurokrisenbarometers

Das Eurokrisenbarometer besteht aus vier gleichgewichteten Komponenten: Dem Durchschnitt der CDS-Spreads für Spanien und Italien, dem Euro-US-Dollar-Wechselkurs, dem Euro-US-Dollar-Basisswap sowie dem Goldpreis. Die Einzelkomponenten sind normiert auf einen Bereich von 0 bis 100, wobei 0 jeweils als das niedrigste Niveau und 100 als das jeweils höchste Niveau in den vergangenen drei Jahren definiert ist. Der Gesamtindex ist somit der Durchschnitt aus den vier normierten Komponentenergebnissen. Es handelt sich um einen dynamischen Index, da stets der gleiche Zeitraum der vergangenen drei Jahre herangezogen wird. In einem Jahr werden daher die Daten aus dem Jahr 2009 nicht mehr bei der Berechnung der höchsten und niedrigsten Werte berücksichtigt. Die Vorgehensweise impliziert, dass die Stressniveaus als relative Stressniveaus angesehen werden müssen: So kann es sein, dass das Stressniveau gemessen an dem Umfeld, das 2007 vorlag, zwar als sehr angespannt betrachtet werden kann, der Index dennoch Entspannung signalisiert, weil der Wert deutlich unter dem Niveau liegt, das beispielsweise in 2010 erreicht wurde (und 2007er Werte nicht in den Index mit einfließen).