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22.03.2013

Enttäuschung über Italien. US-Treasuries und Bundesanleihen profitieren von zunehmender Angst. Erhöhter Druck auf Euro.

Ein Mann steht vor einem Geldautomaten in Zypern.

Ausser Betrieb: Geldautomat der Laiki Bank in Zyperns Hauptstadt Nicosia. (Foto: picture alliance / dpa)

Kann eine kleine Mittelmeerinsel mit 800.000 Einwohnern und einem Bankensektor, dessen Größe weniger als ein Zehntel der Deutschen Bank ausmacht, die Eurozone ins Wanken bringen? Bislang sieht es nicht danach aus: Die Anleger wissen zwischen menschlichen Zyprioten und bedrohlichen Zyklonen nach wie vor zu unterscheiden.

Zwar sind die zehnjährigen Bundrenditen unter die Marke von 1,40% gefallen. Die Finanzmärkte insgesamt zeigen jedoch bisher eine große Stabilität, wie beispielsweise der VIX-Volatilitätsindex zeigt. Man sollte sich jedoch nicht beruhigt zurücklehnen, meint Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt der HSH Nordbank.

Die Tatsache, dass die Banken in Zypern vermutlich bis in die kommende Woche hinein geschlossen bleiben und es bisher keine sichtbaren Einigungs-Fortschritte gibt, eröffnet die Möglichkeit, dass die EZB den zyprischen Banken den Geldhahn zudreht. Gemäß EZB kann das am 25. März geschehen. Bislang erhalten die Banken Zyperns über die so genannten Emergency-Liquidity-Assistance-Kredite Hilfen, die von der EZB genehmigt werden müssen. De la Rubia geht nach wie vor davon aus, dass letztlich doch eine Einigung zustande kommt. Bis dahin rechnet er damit, dass die zehnjährigen Bundrenditen unter 1,40% verharren.

Die Erholung des Euro war nur von kurzer Dauer. Das Wiederaufflammen der Euro-Schuldenkrise durch die Diskussion über die Zypern-Hilfe schickte den Euro auf Talfahrt. Gegenüber dem US-Dollar fiel der Euro von über 1,31 USD auf deutlich unter 1,29 USD zurück. Aktuell notiert die Gemeinschaftswährung wieder knapp über der Marke von 1,29 USD. Ebenfalls gegen den Euro sprachen die zuletzt veröffentlichen Wirtschaftsindikatoren der Eurozone, die enttäuschend ausfielen. Die erhoffte konjunkturelle Wende lässt auf sich warten. Das durchaus nicht nur positive Bild der jüngsten US-Konjunkturdaten und das erneute Bekenntnis der Fed zu ihrem QE-Programm konnte einen kräftigeren Rückgang des Euro verhindern. HSH Nordbank-Analyst Stefan Gäde rechnet mit einer zügigen Beilegung der Zypernkrise. Damit stünde aus Gädes Sicht einer Erholung des Euro in Richtung 1,30 USD und darüber hinaus nichts im Wege.