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Pressefokus Mittelstand
12.03.2013

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück wirbt auf der CeBIT 2013 um den deutschen Mittelstand. Zu den elementaren Grundlagen einer Industrie 4.0 gehöre auch ein flächendeckendes Breitbandinternet. Doch das ist nicht überall in Deutschland verfügbar.

Peer Steinbrück auf der Cebit

Auf der CeBIT 2013: Peer Steinbrück fordert Breitbandinternet für alle deutschen Unternehmen. (Foto: picture alliance / dpa)

Bei einem vertraulichen Gespräch habe Steinbrück Managern seine Mittelstandsstrategie – die Siegener Thesen – präsentiert. Neben einem verlässlichen Rahmen für Investitionen wolle er den Existenzgründerzuschuss wieder einführen und zusätzlich ein „Forschergeld“ zahlen, berichtet das Handelsblatt. Außerdem solle die Zuwanderung von Fachkräften begünstigt werden, etwa durch die doppelte Staatsbürgerschaft. Bei der höheren Besteuerung von Unternehmen bleibt Steinbrück kompromisslos: Sie diene der „soliden Finanzierung des Staates“. Bei der Vermögensteuer werde er jedoch die „besondere Situation von Personengesellschaften und Familienunternehmen“ berücksichtigen, sodass es nicht zu einer Substanzbesteuerung komme.

Deutschlands Industrie braucht Breitbandzugang

Für die Industrie sieht Steinbrück sich in der Pflicht, die richtigen Weichen zu stellen, berichtet die Computerwoche. Und zu den elementaren Grundlagen der Industrie 4.0 gehöre auch eine flächendeckende Breitbandinfrastruktur. Auf der CeBIT plädierte Steinbrück daher für eine smarte Regulierung, um privaten Investoren mehr Anreize zu geben, sich beim Ausbau des Netzes zu engagieren. Einem Bericht der WirtschaftsWoche zufolge warten Hunderttausende Unternehmen auf dem platten Land auf schnelles Internet. Zum Beispiel im Gewerbepark Oststeinbek in Schleswig-Holstein: Hier haben sich international agierende Maschinenbauer, Elektronik- und Kleinunternehmer wie Werbefachmann Roland Eckert angesiedelt, die allesamt keinen Breitbandzugang haben. „Die Situation ist erschreckend“, sagt Eckert. Sie sei geradezu peinlich für eine Industrienation. 

Laut WirtschaftsWoche sollen nach den Plänen der Bundesregierung drei von vier Betrieben bis Ende 2014 einen Zugang von 50 Megabit pro Sekunde haben. Doch der Industrie sei dieses Ziel zu wenig ambitioniert. „Die Breitbandstrategie geht teilweise an den Belangen der Unternehmen vorbei“, sagt Derek Meier, Leiter des Breitband-Kompetenzzentrums Schleswig-Holstein. Problematisch sind laut WirtschaftsWoche die hohen Kosten. Ein flächendeckendes Glasfasernetz in Deutschland würde über 100 Milliarden Euro kosten. Und bisher sei völlig unklar, woher das Geld kommen solle.

IT-Investitionen zahlen sich aus

Mit Millioneninvestitionen in Technik und IT kann sich der mittelständische Reiseveranstalter Schauinsland erfolgreich gegen Branchenriesen wie TUI und Thomas Cook behaupten, berichtet die Wochenzeitung DIE ZEIT. Während etablierte Marken über Preisvergleiche im Internet klagten, setze Schauinsland auf Transparenz. Zuletzt sei die Zahl der Gäste um 19 Prozent gestiegen. 2013 könnten erstmals mehr als eine Million Menschen mit Schauinsland in den Urlaub starten.

Mit mehr als 900.000 Mitarbeitern steigt die IT-Branche zum zweitgrößten Industriesektor Deutschlands auf, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ). Die Branche, die im Jahr mehr als 150 Milliarden Euro erwirtschafte, habe 2012 um 2,2 Prozent zugelegt und für 2013 werde eine weitere Steigerung der Wirtschaftsleistung von 1,4 Prozent prognostiziert. Die Auftragsbücher der mittelständischen und großen deutschen Unternehmen der Informations- und Telekommunikationstechnologie seien gut gefüllt, so die FAZ.

Sicherheit im Internet ist ausbaufähig

Über das Internet werden Unternehmen und Behörden aber auch immer öfter angegriffen, berichtet das Handelsblatt. Die Bundesbehörden hätten allein im vergangenen Jahr mehr als 4.000 kritisch eingestufte Attacken registriert. Was Industrie und Ämter extrem beunruhigt, sorgt laut Handelsblatt bei Anbietern von IT-Sicherheitslösungen für glänzende Geschäfte. Über Sicherheit im Internet spricht EU-Kommissarin Neelie Kroes mit der Wirtschafts- und Finanzzeitung. Es gebe grenzüberschreitende Angriffe und Störungen, die teils von Regierungen aus dem Fernen Osten beeinflusst seien. „Ohne Vertrauen ins Internet gehen die Menschen nicht ins Netz“, sagt sie. Deswegen habe sie eine neue Direktive zur Cybersicherheit vorgeschlagen.

Zur Methode

Für den Pressefokus „Mittelstand“ wertet Unternehmer Positionen Nord regelmäßig meinungsbildende Zeitungen, Fachzeitschriften und Onlineportale mit Wirtschaftshintergrund sowie norddeutsche Regionalzeitungen aus. Auf einen Blick erhalten Sie damit eine Auswahl fundierter Expertenmeinungen und konträrer Einschätzungen in der aktuellen Berichterstattung. Dabei werden mittel- bis langfristige Trends herausgearbeitet, die Schlüsse auf die zukünftige Entwicklung im deutschen Mittelstand zulassen. Besonders berücksichtigt werden Zitate von Experten aus Banken und Unternehmen.

Im vorliegenden Pressefokus für die Monate Februar und März (beobachteter Zeitraum: 8. Februar bis 8. März 2013) wurden insgesamt sieben Artikel aus folgenden Quellen ausgewertet: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Handelsblatt, DIE ZEIT, WirtschaftsWoche, Computerwoche.