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Stifterinnen
01.03.2013

Wie viel Glück es bereitet, sich für andere zu engagieren, hat Dr. Ulrike Murmann, Pröpstin und Hauptpastorin von St. Katharinen in Hamburg, in einem mitreißenden Vortrag auf dem 5. Hamburger Stifterinnenfrühstück aufgezeigt.

Kurt Bock

Appell für mehr Menschlichkeit: Dr. Ulrike Murmann, Pröpstin und Hauptpastorin von St. Katharinen (Foto: Evangelisch-Lutherischer Kirchenkreis Hamburg-Ost)

Erneut war mit Dr. Ulrike Murmann eine starke Frau als Referentin beim Hamburger Stifterinnenfrühstück zu Gast. Sie ist seit 2004 Hauptpastorin der Hauptkirche St. Katharinen und damit in der Geschichte der Hamburger Hauptkirchen die erste Frau in diesem Amt. Gleichzeitig ist sie als Pröpstin im Kirchenkreis Hamburg-Ost für den Bezirk Mitte-Bergedorf verantwortlich zu dem 15 Kirchengemeinden gehören, die sich entlang der Elbe von St. Pauli bis Geesthacht erstrecken.


Matthias Wittenburg, Vorstand der HSH Nordbank, der sich als stellvertretender Bundesvorsitzender des Arbeitskreises Evangelischer Unternehmer engagiert, begrüßte die anwesenden Unternehmerinnen, Stifterinnen, potenziellen Stifterinnen sowie Geschäftsführerinnen und weiblichen Vorstände von Stiftungen.

„Geben ist seliger als Nehmen“

Der Gesellschaft etwas zurückzugeben und sich für die Zivilgesellschaft zu engagieren hat bereits Tradition in ihrer Familie. So engagiert sich Frau Dr. Murmann unter anderem auch in der Stiftung der Deutschen Wirtschaft in Berlin, die ihre Bildungsförderung auch auf Hamburg ausgedehnt hat. Daneben ist sie Vorsitzende des Stiftungsrates der BürgerStiftung Hamburg. Eine weitere Motivation leitet sich für Frau Dr. Murmann vom christlichen Menschenbild ab, d. h. der Überzeugung, dass die Menschen von Gott gewollt, behütet und begabt sind und reicher werden, wenn sie teilen. „Der Mensch hat so viel Potenzial zu geben“, ist Frau Dr. Murmann überzeugt.

Gelebte Barmherzigkeit charakterisiere den zivilisierten, gottesfürchtigen Menschen. Bereits im Alten Testament sei die Gabe an die Armen einer der Grundpfeiler religiösen Handelns, gar ein entscheidendes Kriterium für Gott. Auch im Neuen Testament werden die christliche Ethik und das Geben betont. Einer der begabtesten und rhetorisch versiertesten Spendensammler war sicherlich Paulus. „Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb“ - dieser Ausspruch verfehlt auch in heutiger Zeit nicht seine Wirkung. Dass ihm ganz maßgeblich die Frauen beim Aufbau seiner Gemeinde unterstützt haben, lässt sich den Bibeltexten zwar nicht entnehmen – dafür aber durch die historische Forschung zweifelsfrei belegen. Bereits im Mittelalter wurden die ersten kirchlichen Stiftungen gegründet. Die bekannte Stiftung Hospital zum Heiligen Geist zählt zu einer der ältesten.

Dass „ihre“ Kirche St. Katharinen am vergangenen 1. Advent nach fünf Jahren Sanierung und zwei Jahren Schließung wieder eröffnet werden konnte, sei „ein großes Geschenk und ein kleines Wunder“ - dank eines professionellen Fundraising-Programms. Statt der ursprünglich veranschlagten Kosten für die Sanierung in Höhe von 13 Millionen Euro kamen am Ende sogar 19 Millionen Euro zusammen! Weitere 3,5 Millionen Euro werden heute noch zusätzlich benötigt.

So viel du brauchst

Die Organisation des Kirchentages in Hamburg vom 1. bis 5. Mai zeigt ganz aktuell, welche Kraft ein gemeinsames Engagement entwickeln kann. Zum Kirchentag werden 100.000 Gäste erwartet, zu den Eröffnungsgottesdiensten gar 300.000 – ermöglicht durch die Arbeit etwa 5.000 Freiwilliger und zahlloser Unterstützer. Veranstalter und Organisator ist nicht die Evangelische Kirche in Deutschland als Institution, sondern ein eigenständiger Verein. Der kleine Ausblick auf das Programm hat bei den Teilnehmerinnen des Stifterinnen-Frühstücks für viele interessierte Nachfragen und sicherlich noch mehr Lust auf dieses Großereignis gesorgt.
Der eindrucksvolle Vortrag von Frau Dr. Murmann und der angeregte persönliche Austausch haben den Teilnehmerinnen viele wertvolle Denkanstöße gegeben. Aufgrund des starken Interesses findet das Frühstück nunmehr in größeren Räumlichkeiten im Hauptgebäude der HSH Nordbank statt.


Im Bereich Philanthropie, Stiftungen und Gemeinnützigkeit bietet das HSH Nordbank Private Banking unter der Leitung von Andreas Schiemenz eine einzigartige Kombination von Finanz-Know-how und langjähriger Erfahrung in der strategischen Beratung von Stiftungen, gemeinnützigen Organisationen und Trägern. Wenn Sie Interesse haben, am nächsten Stifterinnenfrühstück teilzunehmen, setzen Sie sich gern mit Stiftungsberaterin Angela Krzykowski per E-Mail unter angela.krzykowski@hsh-nordbank.com oder telefonisch - 040 3333-14277 - in Verbindung.

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