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08.02.2013

Die schlechtere Stimmung in der Eurozone und Draghi-Effekt bremsen den Aufwärtstrend von Zinsen und Euro.

Elektrokardiogramm

Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank, auf der Pressekonferenz der EZB in Frankfurt am Main nach der Ratssitzung der Bank. Der Leitzins verbleibt unverändert auf dem Rekordtief von 0,75 Prozent. (Foto: picture alliance / dpa)

Nach der Euphorie am Ende der vergangenen Woche machte sich am Montag mehr oder weniger aus heiterem Himmel eine gewisse Panik breit. So sorgten sich die Marktteilnehmer über die die Regierungsstabilität gefährdende Parteispendenaffäre in Spanien sowie die besseren Umfragewerte für Berlusconis Wahlbündnis in Italien.

Zuletzt gab es stärkere Impulse von der Pressekonferenz der EZB. Nach Einschätzung von Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt der HSH Nordbank, kann man die Äußerungen von Präsident Draghi dahingehend interpretieren, dass eine Leitzinssenkung wieder etwas wahrscheinlicher geworden ist. Die Renditen der Bundesanleihen gaben insbesondere am kurzen Ende nach. Das betraf auch den Euro, dessen Verlust gegenüber dem US-Dollar besonders deutlich war.

So fiel der Euro nach einem zwischenzeitlichen Hoch von 1,37 US-Dollar durch den Draghi-Effekt auf 1,34 US-Dollar zurück. Draghi sagte zwar, dass die aktuelle Bewertung des Euro auf den Devisenmärkten akzeptabel sei. Interpretieren lässt sich das jedoch dahin, dass eine weitere kräftige Aufwertung des Euro Preisstabilität und Wachstum in der Eurozone gefährden würde. Diesen Anstieg des Euro würde die EZB wohl zu verhindern wissen. HSH Nordbank-Analyst Stefan Gäde hält den Einbruch des Devisenkurses für übertrieben und sieht den Euro in der nächsten Woche wieder bei 1,35 US-Dollar.