SUCHE

Pressefokus
11.02.2013

Das Jahr 2013 könne für einige Herausforderungen sorgen, sagt Helmut Maukner, Managing Partner bei Ernst & Young Österreich, gegenüber dem Börsen-Kurier. Steigende Rohstoff- und Energiepreise sowie ein geringes Wirtschaftswachstum in Europa bereiteten den Unternehmen Kopfzerbrechen.

Kurt Bock

Kurt Bock, der Vorstandsvorsitzende des Chemiekonzerns BASF, fordert Freihandelsabkommen, um flexibel dorthin liefern zu können, wo die Nachfrage ist. (Foto: picture alliance / dpa)

Größere Einbußen sollten aber vermeidbar sein, so Wirtschaftsprüfer Maukner. Gründe seien die vorhandene Investitionsbereitschaft der Unternehmer sowie eine solide wirtschaftliche Ausgangslage. Weil eine Rohstoffklemme drohen könnte, stünden vor allem die Beschaffungsabteilungen in Unternehmen vor neuen Herausforderungen, meint Holger Hildebrandt, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V., laut einem Bericht der Fachzeitschrift Beschaffung aktuell. „Es gilt, schon heute mögliche Krisenszenarien durchzuspielen, weitere Einsparpotenziale zu sichern und Lieferantennetzwerke auf ihre Belastungsfähigkeit hin zu prüfen“, rät Hildebrandt. Insbesondere für den Mittelstand könnte die Internationalisierung von Einkauf und Logistik an Bedeutung gewinnen. Auch die Substitution von Rohstoffen und das Recycling rückten künftig stärker in den Fokus.

Internationalen Handel stärken

Um den Warenverkehr zwischen Europa und den USA zu erleichtern, sollten Zölle gestrichen und Grenzen geöffnet werden, so das Handelsblatt. „Freihandelsabkommen erhöhen die Effizienz unseres globalen Produktionsnetzwerks und ermöglichen bei Bedarf, flexibel dorthin zu liefern, wo die Nachfrage ist“, sagt Kurt Bock, Vorstandsvorsitzender der BASF. Würden die Einfuhrzölle von durchschnittlich drei Prozent auf beiden Seiten des Atlantiks abgeschafft, könnte allein die Chemiebranche etwa 1,5 Milliarden US-Dollar (rund 1,1 Milliarden Euro) sparen. Volker Treier, Chefvolkswirt Außenwirtschaft des Deutschen Industrie- und Handelstags, nennt vor allem den Aufwand bei der Einreise in die USA als ein Hemmnis. Das Handelsblatt führt außerdem unterschiedliche Regelungen bei Zulassungen, Meldepflichten, Grenzwerten und Umweltauflagen an.
Laut dem Magazin impulse sind „wirklich globalisierte Mittelständler ganz nah beim Kunden – mit Werken vor Ort“. Die Strategien der Internationalisierung seien vielfältig. „Innovative, qualitativ extrem hochwertige Produkte sowie Kundennähe sind dabei die entscheidenden Treiber“, sagt Jürgen Reker, Leiter Mittelstand beim Beratungsunternehmen Deloitte.

Mittelständler erobern den Weltmarkt

Wie deutsche Unternehmen mit Extravaganz den Weltmarkt erobern, beschreibt die WirtschaftsWoche. Als Beispiel nennt das Magazin die Seilerei Carl Stahl in Süßen, einer Stadt zwischen Stuttgart und Ulm. Als das angestammte Geschäft mit Seilen zur Jahrtausendwende wegbrach, sei dem Unternehmen ein Technologiesprung gelungen, der es bei Hightechseilen binnen weniger Jahre an die Weltspitze katapultiert habe. Den großen Durchbruch habe die sogenannte Feinseiltechnologie gebracht, auf die sich Carl Stahl seit 1985 verlegte. „Die Schwaben steigerten von 2001 bis 2010 den Umsatz um 85 Prozent“, so die WirtschaftsWoche. Die neue Sparte produziere heute technische Seile unter anderem für die Medizintechnik, die Elektronik-, Unterhaltungs- und Automobilindustrie. „Bei den Feinseilen sind wir Weltmarktführer“, wird der Geschäftsführer Wolfgang Funk zitiert. 15 Millionen Euro Umsatz mache das Unternehmen damit.

Wissenstransfer statt Warenhandel

Um den Austausch von Wissen zwischen Hamburg und Dubai geht es auf einer gemeinsamen Wirtschaftskonferenz, die 2013 zum vierten Mal stattfinden soll. Das Hamburger Abendblatt schreibt dazu, die Metropolregionen verfügten über ähnliche wirtschaftliche Schwerpunkte – die Hafenlogistik und den Außenhandel, die Gesundheitswirtschaft und die erneuerbaren Energien. Thomas Wülfing, Rechtsanwalt und Gründer des Netzwerks German Middle East Lawyers Association, erklärt: „Die arabischen Länder brauchen zumeist kein Kapital […]. Sie suchen nach wirtschaftlicher Expertise, nach hervorragenden Produkten und Dienstleistungen, auch nach Unterstützung beim Aufbau neuer Unternehmen.“ Umgekehrt böten arabische Investoren Kapital, das gerade mittelständische Unternehmen in einer Region wie Norddeutschland gebrauchen könnten.

Zur Methode

Für den Pressefokus „Mittelstand“ wertet Unternehmer Positionen Nord regelmäßig meinungsbildende Zeitungen, Fachzeitschriften und Onlineportale mit Wirtschaftshintergrund sowie norddeutsche Regionalzeitungen aus. Auf einen Blick erhalten Sie damit eine Auswahl fundierter Expertenmeinungen und konträrer Einschätzungen in der aktuellen Berichterstattung. Dabei werden mittel- bis langfristige Trends herausgearbeitet, die Schlüsse auf die zukünftige Entwicklung im deutschen Mittelstand zulassen. Besonders berücksichtigt werden Zitate von Experten aus Banken und Unternehmen.

Im vorliegenden Pressefokus für die Monate Januar und Februar (beobachteter Zeitraum: 14. Januar bis 6. Februar 2013) wurden insgesamt sieben Artikel aus folgenden Quellen ausgewertet: Börsen-Kurier, Handelsblatt, Hamburger Abendblatt, WirtschaftsWoche, impulse und Beschaffung aktuell.

Nach oben