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15.02.2013

Der Euro steht weiter unter Druck und dürfte gegenüber dem US-Dollar vorerst einen schweren Stand haben. Ursache sind die schwachen Wirtschaftsdaten aus Europa und die Unsicherheiten in Italien.

Die politischen Pläne von Silvio Berlusconi wirken nicht nur in Italien auf die Wirtschafts- und Devisenmärkte (Foto: picture alliance / dpa)

Der Euro ist in den vergangenen Tagen gegenüber dem US-Dollar weiter unter Druck geraten. Vor einer Woche war es der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Draghi, mit seinem Kommentar zur Euro-Stärke. Dieser schickte den Euro auf Talfahrt bis zum Niveau von unter 1,34 US-Dollar. Alle zwischenzeitlichen Erholungstendenzen wurden mit den heutigen Wirtschaftsdaten zunichte gemacht: Denn das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im vierten Quartal in Deutschland, Frankreich und Italien sowie der gesamten Eurozone stärker geschrumpft als erwartet.

Desgleichen belasten die Spekulationen über den Wahlausgang in Italien den Euro. Ferner bot der heute von der EZB veröffentlichte Monatsbericht den Devisenmärkten Anlass, den Euro südwärts zu schicken. In ihm wird auf die Risiken des starken Euros für die Preisstabilität hingewiesen. Infolgedessen hat der Euro vorerst einen schweren Stand, meint Stefan Gäde, Analyst der HSH Nordbank. Der aktuelle Trend geht in Richtung von 1,33 Dollar. Überzeugende Konjunkturmeldungen aus den USA könnten schon ab morgen den Rückgang in Richtung von 1,32 Dollar fortsetzen.

Der Draghi-Effekt von vergangener Woche verschaffte dem britischen Pfund (GBP) nur vorübergehend etwas Luft. Der Euro fiel gegenüber dem Pfund zunächst bis deutlich unter 0,85 GBP zurück, konnte dann allerdings wieder die Marke von 0,86 GBP überwinden. Nach wie vor lässt die hohe Inflation, gepaart mit der schwachen Wirtschaftsleistung keinen Höhenflug des britischen Pfunds zu.

Das bestätigte die Bank of England (BoE) in ihrem Inflationsbericht. Demnach wird die Inflation voraussichtlich auch in den kommenden Jahren das Inflationsziel von 2,0 Prozent überschreiten. BoE-Chef King gab zu bedenken, dass eine Gegensteuerung in Form von Zinserhöhungen die Erholung der britischen Wirtschaft beeinträchtigen würde. Er prognostizierte einen langsamen, aber nachhaltigen Anstieg des britischen BIP. HSH Nordbank-Analyst Stefan Gäde hält den derzeitigen Euro-Anstieg gegenüber dem Pfund für überzogen und rechnet mit einer Korrektur auf ein Niveau um die Marke von 0,84 Pfund.