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01.03.2013

Enttäuschung über Italien. US-Treasuries und Bundesanleihen profitieren von zunehmender Angst. Erhöhter Druck auf Euro.

 

 

Flaggen vor einem Palazzo in Rom: Europa zeigt sich enttäuscht vom Wahlausgang in Italien. (Foto: picture alliance / dpa)

HAMBURG/KIEL – In dieser Woche reagierten die internationalen Finanzmärkte mit heftigen Ausschlägen auf den enttäuschenden Wahlausgang in Italien. Die italienischen Zinsen sind entsprechend gestiegen, was Dienstag und Mittwoch bei den Auktionen der Geldmarktpapiere und Staatsanleihen zu spüren war. Betroffen waren ebenfalls die Zinsen anderer Peripheriestaaten. Von der zunehmenden Angst vor der Rückkehr der Schuldenkrise nach Europa profitieren die US-Treasuries und die Bundesanleihen als sichere Häfen. Ihre Renditen setzten die Abwärtstrends der Vorwoche in großen Schritten fort, und zwar bis auf 1,86% bzw. 1,45%. Stefan Gäde, Analyst der HSH Nordbank, hält die Reaktion für übertrieben und rechnet in den nächsten Tagen mit einer moderaten Gegenbewegung von Bund- und T-Bond-Renditen.

Der Euro hat momentan keinen Grund zum Lachen. Im Gegenteil: Das Wahldebakel in Italien hat den Druck auf den Euro erhöht. So setzte sich der seit Anfang Februar bestehende Abwärtstrend des Euro gegenüber dem US-Dollar in den letzten Tagen fort. Allein der Wahleffekt ließ den Euro von 1,33 bis knapp über 1,30 USD einbrechen. Die Furcht der Märkte vor neuen Staatsschulden-Risiken der Eurozone wird die Gemeinschaftswährung voraussichtlich auch in den kommenden Wochen belasten. Gleichwohl könnte die unsägliche Haushaltsdebatte in den USA dem Euro Schützenhilfe leisten. HSH Nordbank-Analyst Stefan Gäde erwartet den Euro zunächst in einer Bandbreite von 1,305 bis 1,325 USD.