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22.02.2013

Enttäuschende Konjunkturindikatoren aus Europa und Aussicht auf frühzeitiges Ende des QE-Programms der Fed belasten die Gemeinschaftswährung. Wahlausgang in Italien wird die Renten- und Devisenmärkte in der kommenden Woche prägen.

Die Wahl in Italien am 24. und 25. Februrar wird die Märkte bewegen. Die Akteure sind (im Uhrzeigersinn von oben rechts): Premierminister Mario Monti, der Politiker und ehemalige Kabarettist Beppe Grillo, der Chef der Demokratischen Partei Pierluigi Bersani, Magistrat Antonio Ingroia, Ex-Premier Silvio Berlusconi und Journalist Oscar Giannino. (Foto: picture alliance / dpa)

Nach einer Seitwärtsbewegung um die 1,335 USD wurde es für den Euro zuletzt turbulent. Zunächst konnte er gegenüber dem US-Dollar aufgrund sehr guter ZEW Konjunkturerwartungen für Deutschland über 1,34 USD klettern, brach dann aber kräftig ein. Den Aufwärtstrend des Euro stoppte zunächst das Sitzungsprotokoll der Fed (Minutes). Demnach könnte das QE-Programm in den USA eher früher als später beendet werden. Zudem waren es vor allem die enttäuschten Erwartungen über die PMI-Indizes der Eurozone, die den Euro auf Talfahrt schickten, zuletzt bis unter 1,32 USD. In den nächsten Tagen rechnet Stefan Gäde, Analyst der HSH Nordbank, mit einer Stabilisierung des Euro gegenüber dem US-Dollar. Dafür dürfte morgigen Freitag ein erfreulich ausfallender Ifo-Geschäftsklimaindex sorgen.

Das entscheidende Ereignis der nächsten Tage ist die zweitägige Wahl in Italien (24./25.2.). Wünschenswert ist nach Ansicht von Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt der HSH Nordbank, ein Wahlausgang, bei dem es zu einem Bündnis zwischen dem Mitte-Links-Bündnis unter Führung der Demokratischen Partei (PD) mit dem bisherigen Ministerpräsidenten Mario Monti kommt. In diesem Fall, so de la Rubia, würden sowohl der Euro als auch die Renditen der Bundesanleihen kräftig steigen. Das Gegenteil würde passieren, wenn Silvio Berlusconi eine Mehrheit erhält, was im Senat durchaus möglich ist. In diesem Fall werden die Staatsanleiheemissionen Italiens besondere Aufmerksamkeit auf sich ziehen.