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Belastungsprobe
25.01.2013

Überraschend volatil notierte der Euro in den letzten Tagen. Fundamentale Daten spielten dabei eher eine untergeordnete Rolle.

Elektrokardiogramm

Elektrokardiogramm: Der Eurokurs schlägt überraschend stark aus. (Foto: picture alliance/chromorange)

Überraschend volatil präsentierten sich die Devisenmärkte in den letzten Tagen. Fundamentale Daten spielten dabei eher eine untergeordnete Rolle. Dafür schickte am Dienstag das Gerücht, Bundesbankpräsident Weidmann würde zurücktreten, den Euro gegenüber allen wichtigen Währungen auf Talfahrt. Dennoch hatte es der Euro nach dem Dementi der Bundesbank schwer, an die alten Niveaus wieder heranzukommen.

Gegenüber dem US-Dollar ist der Euro zuletzt kaum von der Stelle gekommen. Nach dem vergeblichen Versuch, die Marke von 1,34 Dollar zu überwinden, fiel der Euro zunächst deutlich zurück. Jedoch sorgten heute die sich überraschend erfreulich entwickelnden PMI-Geschäftsklimaindizes der Eurozone wieder für neuen Schwung in Richtung 1,34 Dollar. Stefan Gäde, Analyst der HSH Nordbank, geht davon aus, dass der Euro diese Marke in der nächste Woche überwinden wird.

Das britische Pfund hat die Schwächephase gegenüber dem Euro fortgesetzt. Das Währungspaar nähert sich der Marke von 0,85 Pfund, dem höchsten Stand seit dem Februar vergangenen Jahres. Dazu trug nicht zuletzt der britische Premierminister David Cameron bei. Er fährt innenpolitisch einen abenteuerlichen Schlingerkurs. Es geht um ein Referendum, in dem die Briten darüber abstimmen sollen, ob ihr Land in der Europäischen Union verbleibt. Cameron plant, das Referendum spätestens 2017 abhalten zu lassen.

Außenpolitisch ist dies nur schwer nachzuvollziehen, findet HSH Nordbank Analyst Stefan Gäde. Er verweist darauf, dass Großbritannien wirtschaftlich stark mit der EU verflochten ist und der Austritt große Nachteile für die Briten mit sich bringen würde. Hinzu kommt die Befürchtung, Großbritannien werde angesichts der steigenden Staatsverschuldung und schwacher wirtschaftlicher Entwicklung schon bald seine Bestnote im Rating verlieren. Kurzfristig sieht Gäde die 0,85 Pfund-Marke nicht als starkes Hindernis an.