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Gute Wirtschaftsdaten
14.12.2012

EZB entzieht Spekulationen über Leitzinssenkungen den Boden. Finanzmarktentspannung hat sich fortgesetzt. Euro gewinnt gegenüber dem US-Dollar an Boden. Ausblick für die kommende Woche: Stabile Renditen und festerer Euro.

Euromünze

Glänzender Euro: Die Einheitswährung gewinnt gegenüber dem US-Dollar an Wert. (Foto picture alliance / Bildagentur-online/Tetra-Images)

EZB-Chef Mario Draghi stellte auf der Pressekonferenz eine ganze Liste von Indizien vor, welche die Verbesserung der Lage unterstreichen sollten. Lediglich bei der Konjunktur hapere es noch. Insgesamt hätte sich die Situation aber eindeutig verbessert und das sei auch der Grund gewesen, warum der EZB-Rat einstimmig beschloss, den Leitzins unverändert zu lassen. Mit diesen Worten entzog Draghi allen Spekulationen über Leitzinssenkungen mit einem Schlag den Boden. Prompt stiegen die Bund-Renditen über das gesamte Laufzeitenspektrum und wertete der Euro gegenüber dem US-Dollar auf.

Dazu trugen auch die überaus positiv verlaufenden Auktionen von Spanien und Italien bei. Im Ergebnis stieg die zweijährige Bundrendite, die sich kurz vor dem Jahreswechsel noch im negativen Bereich bewegte, auf 10 Basispunkte. Das ist der höchste Stand seit Oktober 2012. Vor diesem Hintergrund wirft Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt der HSH Nordbank, die Frage auf, ob es ob es sinnvoll ist, sich mit einer zehnjährigen Bund-Rendite von 1,5% zufrieden zu geben oder ob man nicht auf den fahrenden Peripheriezug aufspringen sollte, wo Renditen von 4 bis 5% winken. In der kommenden Woche geht de la Rubia nach dem seit Jahresbeginn anhaltenden Renditeanstieg von Bunds und Treasuries von einer Beruhigung der Märkte und stabilen Renditen aus.

Profitiert von den Aussagen der EZB hat auch der Euro, der gegenüber dem US-Dollar deutlich Boden gutgemacht hat. Stefan Gäde, Analyst der HSH Nordbank, geht davon aus, dass dieser Trend vorerst anhält. Für weitere Kursgewinne des Euro gegenüber dem US-Dollar spricht die zunehmende Risikofreude der Bond-Investoren, die in den sinkenden Renditen der Anleihen der Peripheriestaaten zum Ausdruck kommt.

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