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Europäische Staatsanleihen
14.12.2012

Die Risikoscheu der Anleger hat zugenommen. Die politische Unsicherheit in Italien hat den Bundesanleihen Kursgewinne beschert. Leidtragende waren die Peripherieländer. Sie müssen ihren Investoren höhere Zinsen zahlen.

Premier Mario Monti

Italien im Wahlkampf: Premier Mario Monti kommt unter Druck. (Foto: picture alliance / dpa)

Sichere Häfen sind wieder in Mode gekommen, meint Stefan Gäde, Analyst der HSH Nordbank. Die Bundesanleihen zählten zuletzt zu den Favoriten der Investoren und konnten Kursgewinne verbuchen. Ursache für die zunehmende Risikoscheu ist einmal mehr das Thema Schuldenkrise. Dieses Mal stand jedoch die zunehmende politische Unsicherheit in Italien im Mittelpunkt. Leidtragende waren in erster Linie die Peripherieländer. Sie müssen ihren Anlegern wieder höhere Zinsen bieten. Positiv dürfte sich die Einigung bei der europäischen Bankenaufsicht auswirken. Erfreuliche Nachrichten kamen aus Griechenland und Spanien. Während die Hellenen den Anleiherückkauf erfolgreich abschließen konnten, platzierten die Iberer heute erstmals seit rund 18 Monaten wieder eine 30-jährige Anleihe. Dennoch: Die letzten Wirtschaftsdaten wie die Industrieproduktion unterstreichen den konjunkturellen Abwärtstrend Europas im vierten Quartal. Hoffnung machte dagegen der ZEW-Index. Sein überraschend starker Anstieg lässt erwarten, dass sich die deutsche Wirtschaft bis zum Sommer wieder gefangen haben sollte. HSH Nordbank-Analyst Stefan Gäde erwartet, dass dieser Trend vom Ifo-Geschäftsklimaindex, der am Mittwoch veröffentlicht wird, bekräftigt wird.

Vor den Parlamentswahlen in Japan, die am 16. Dezember stattfinden werden, zeigte der US-Dollar gegenüber dem Yen wieder Stärke. Der US-Dollar und konnte sich in den vergangenen Tagen von 82,15 auf über 83,50 verbessern. Dabei profitierte das Währungspaar von der schlechten Stimmung in Japan. Die zuletzt schwachen Wirtschaftszahlen werden wahrscheinlich vorerst eine Fortsetzung finden. Dafür spricht das Verbrauchervertrauen im November. Der Indikator fiel bereits zum dritten Mal in Folge zurück. Ob es nach der Wahl positive Impulse für den Yen geben wird, darf bezweifelt werden. Alle momentan diskutierten Konzepte sprechen für eine Ausweitung der ultralockeren Geldpolitik der Bank of Japan, so HSH Nordbank-Analyst Stefan Gäde. Vor diesem Hintergrund dürfte der US-Dollar gegenüber dem Yen seinen Anstieg fortsetzen.

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