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Rententrends
20.12.2012

Research kompakt - Der Ausblick auf das Jahr 2013 ist insgesamt freundlich. Die Volkswirte der HSH Nordbank erwarten eine weitere Entspannung an der Eurofront und ein solides weltwirtschaftliches Wachstum. In diesem Umfeld werden die langfristigen Renditen wahrscheinlich deutlich steigen, während die Zentralbanken an ihrer Niedrigzinspolitik festhalten werden.

Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff,  Russlands Präsident Dmitry Medvedev, Indiens Premierminister  Manmohan Singh,  Chinas Präsident Hu Jintao und der südafrikanische Präsident Jacob Zuma.

Auf dem BRICS-Summit in Neu-Dheli (von links nach rechts): Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff, Russlands Präsident Dmitry Medvedev, Indiens Premierminister Manmohan Singh, Chinas Präsident Hu Jintao und der südafrikanische Präsident Jacob Zuma. (Foto: picture alliance / dpa)

Es mehren sich die Anzeichen einer Konjunkturbelebung. Die USA dürften moderat wachsen und die Eurozone stagnieren. Die BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) sollten dagegen im kommenden Jahr solide BIP-Zuwächse aufweisen und der Weltwirtschaft insgesamt positive Impulse geben.

Erholung in den USA

Es gibt durchaus Hoffnung für das kommende Jahr. Wenn – zugegebenermaßen ein wichtiges Wenn – die Budgetverhandlungen in den nächsten Wochen erfolgreich abgeschlossen werden, könnte der moderate Erholungsprozess in den USA fortgesetzt werden. Eine freundliche Entwicklung der Weltwirtschaft dürfte zusammen mit den positiven Impulsen vom Bausektor und vom Öl- und Gassektor die weiterhin restriktiven fiskalischen Maßnahmen kompensieren. Im Ergebnis rechnen wir im kommenden Jahr mit einer Wachstumsrate von 1,8% (2012: 2,1%). Die Notenbank wird ihren Leitzins unverändert lassen, während die Renditen am langen Ende steigen werden. Die Risiken sollte man allerdings nicht verschweigen: Neben der fiskalischen Klippe ist die aggressive Geldpolitik zu erwähnen, die die Gefahr des Platzens bereits bestehender Vermögensblasen erhöht. Weitere Problemfelder sind externer Natur: Zuspitzung der Euroschuldenkrise, geopolitische ölpreistreibende Entwicklungen als Folge der Nahost-Konflikte und – kaum auf der Agenda der meisten Investoren – der Beginn einer offenen Staatsschuldenkrise in Japan. Diese Gefahren sind nicht Bestandteil unseres Basisszenarios.

Unsicherheiten in der Eurozone

Im kommenden Jahr dürften die langfristigen Renditen recht deutlich steigen. Wichtigste Ursache dafür ist eine Beruhigung der Eurokrise, eine Stabilisierung der wirtschaftlichen Lage sowie zunehmende Risiken eines Inflationsanstiegs. Die Leitzinsen werden dagegen wahrscheinlich konstant bleiben. Im Zuge dieser Entwicklung rechnen wir mit sinkenden Risikoaufschlägen für die Staatsanleihen der Peripherieländer und abnehmenden langfristigen Bund-Swap-Spreads. Unsicherheiten und kritische Ereignisse gibt es reichlich – dazu gehören etwa die Wahlen in Italien und Deutschland, die wiederkehrenden Troika-Besuche in den Peripherieländern, internationale Konflikte (Syrien) und eine offene Staatsschuldenkrise in Japan. Sie haben das Potenzial, unseren Prognosen einen Strich durch die Rechnung zu machen.