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09.11.2012

Konjunktursorgen schicken den Euro auf Talfahrt, die Rezession in der Eurozone wirkt stärker. Und Griechenland beschließt zwar ein Sparpaket, die nächste Kredittranche lässt aber noch auf sich warten.

Back to work: Nach seiner Wiederwahl muss Barack Obama nun die USA vor dem Sturz von der fiskalischen Klippe bewahren.( Foto: picture alliance / abaca)

HAMBURG/KIEL – Die konjunkturelle Lage in Europa spitzt sich zu und belastet den Euro. Jetzt ist die Schwäche der deutschen Wirtschaft zunehmend wahrnehmbar: Industrieproduktion, Auftragseingänge und Exporte gehen zurück. Damit erhöht sich nach Meinung von Stefan Gäde, Senior Analyst der HSH Nordbank, das Risiko einer länger anhaltenden Rezession in der Währungsunion. Dies sieht auch die EU-Kommission so, die in ihren Herbstprognosen für die Eurozone im nächsten Jahr nur noch ein Wachstum von 0,1 Prozent voraussagt.

„Es sind nicht nur die pessimistischen Prognosen der EU-Kommission, die den Euro belastet haben, sondern auch der Generalstreik in Griechenland. Die Menschen haben Zweifel daran, ob sich die Spar- und Reformpläne in einem rezessiven Umfeld politisch umsetzen lassen und das belastet die Gemeinschaftswährung. Der Wahlsieg von Obama hat nur kurzzeitig geholfen“, so Gäde.

Insgesamt bleiben die Volkswirte der HSH Nordbank aber zuversichtlich, dass sich die Situation bald wieder beruhigt. „Die Wirtschaftslage im Rest der Welt, insbesondere in den USA und China, scheint sich allmählich aufzuhellen“, so HSH-Chefvolkswirt Cyrus de la Rubia.

Im Übrigen müsse man auch würdigen, dass es der griechischen Regierung gelungen ist, ein 13,5 Milliarden Euro Sparpaket im Parlament zu verabschieden. „Das sind etwa sieben Prozent des BIP und somit deutlich mehr als der Nachfrageausfall, der mit der so genannten fiskalischen Klippe in den USA in Verbindung gebracht wird“, erläutert de la Rubia.

Gelingt es Griechenland, am Wochenende das Budget für das nächste Jahr zu verabschieden, dann ist grundsätzlich der Weg frei für eine Einigung der Eurofinanzminister auf die Auszahlung der nächsten Kredittranche. Jüngste Äußerungen im Vorfeld des Eurofinanzministertreffens deuten jedoch darauf hin, dass es hier noch zu Verzögerungen kommen kann. Denn niemand kann sagen, wie die Schuldenlast Griechenlands nachhaltig gesenkt werden soll. „Insgesamt wird sich der Euro in diesem Umfeld zunächst nicht erholen“, so die HSH-Volkswirte.