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30.11.2012

Nach der Griechenland-Lösung richtet sich der Blick der Märkte wieder auf die schwache Konjunktur in Europa. Besser ist die Lage in den USA, aber die Fed warnt vor einer Abschwächung.

OECD-Generalsekretär Jose Angel Gurria

Der OECD-Generalsekretär Jose Angel Gurria präsentiert in Paris den jüngsten OECD Economic Outlook. (Foto:picture alliance / dpa)

Die Einigung über die Griechenland-Hilfen kam doch schneller als erwartet. Die Rentenmärkte reagierten erleichtert. Die Peripherie-Spreads verringerten sich weiter. In den Mittelpunkt des Interesses rückten wieder die konjunkturellen Risiken für die europäischen Länder. Darauf hat auch besonders die OECD in ihrem jüngsten Bericht hingewiesen. So gaben die Renditen der Bundesanleihen nach. In den USA bleibt das Konjunkturbild erfreulich. Das Verbrauchervertrauen ist im November überraschend kräftig gestiegen. Moderat aufwärts ging es auch bei den Konsumausgaben. Erfreulich war die Entwicklung der Auftragseingänge langlebiger Güter im Oktober. Trotzdem sind die Anzeichen für eine Abschwächung der US-Wirtschaft unverkennbar. Die US-Notenbank sagte in ihrem neusten Konjunkturbericht (beige book), dass das verarbeitende Gewerbe eine überraschende Schwäche zeige und bei der Schaffung neuer Arbeitsplätze nur leichte Verbesserungen aufgetreten seien. In der kommenden Woche rechnen die Analysten der HSH Nordbank nicht mit konjunkturellen Überraschungen und sehen die Anleiherenditen in Europa und den USA in engen Bandbreiten seitwärts tendieren.

In der letzten Woche setzte der Euro gegenüber dem US-Dollar seinen Aufwärtstrend fort. Allerdings konnte die Marke von 1,30 nur kurzzeitig überwunden werden. Nach der Einigung zur Griechenland-Hilfe gab es eine Korrektur bis unter 1,29. Nicht zuletzt wegen der verhaltenen Einschätzung der US-Konjunktur im beige book der Fed befindet sich der Euro wieder im Aufwärtstrend. Momentan haben die in Aussicht gestellten geldpolitischen Lockerungen der amerikanischen Notenbanker ein stärkeres Gewicht als die konjunkturellen Risiken in der Eurozone, meint HSH Nordbank-Analyst Stefan Gäde. In der kommenden Woche dürfte der Euro seinen Anstieg gegenüber dem US-Dollar fortsetzen und wieder oberhalb von 1,30 notieren.