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Rezession in der Eurozone
16.11.2012

Zunehmende Konjunktursorgen in der Eurozone schicken die Bundrenditen auf Talfahrt. Auch im vierten Quartal ist mit schwacher Wirtschaft zu rechnen.

Wie die Zugvögel schlagen zurzeit die Renditen deutscher Bundesanleihen den Weg nach Süden ein. (Foto:picture alliance / ZB)

Die Bundrenditen erinnern mal wieder an die Zugvögel - sie sind auf dem Weg gen Süden. „Schuld daran ist aber nicht eine zunehmende Angst vor dem Zusammenbruch der Eurozone, sondern der Rückfall der Währungsunion in die Rezession“, meint HSH-Chefvolkswirt Cyrus de la Rubia. So schrumpfte das BIP im dritten Quartal um 0,1% nach -0,7% im Vorquartal. Deutschland und Frankreich haben noch einen positiven Wachstumsbeitrag liefern können. In Spanien und Italien hat sich dagegen die Rezession das fünfte Quartal in Folge fortgesetzt. Die jüngsten Industrieproduktionszahlen für die Eurozone deuten nach Ansicht von de la Rubia darauf hin, dass auch im vierten Quartal mit einer schwachen Wirtschaft zu rechnen ist.

Die Abnahme der Furcht vor einem Auseinanderfallen der Währungsgemeinschaft kann man an Italiens Staatsanleiheauktion ablesen, bei der sich der Staat ohne größere Probleme kurz- und langfristige Mittel besorgt hat. In dieser Beziehung dürften die Investoren etwas Zuversicht von der Fast-Einigung über die Fristenverlängerung für die Griechenlandhilfe geschöpft haben, so de la Rubia.

Der Euro reagierte - anders als die Rentenmärkte - positiv auf die Euro-Konjunkturdaten, die beispielsweise für Deutschland und Frankreich besser als erwartet ausgefallen waren. Unterstützt wurde der Euro im Verhältnis zum US-Dollar auch durch schwächere US-Konsumdaten. Hinzu kam die Erwartung, dass die Fed angesichts der unbefriedigenden Entwicklung des US-Arbeitsmarktes weitere Ankäufe von Staatsanleihen im nächsten Jahr vornehmen wird. „Dieses Thema sollte die Märkte auch in der kommenden Woche beschäftigen“ erwartet Stefan Gäde, Senior Analyst der HSH Nordbank. Der Euro dürfte gegenüber dem US-Dollar den Aufwärtstrend  in Richtung 1,28 fortsetzten, möglicherweise unterstützt durch einen endgültigen Beschluss zur Griechenlandhilfe.