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10.10.2012

Von wegen mittelständische Firmen arbeiten im Verborgenen. Den Gewürz- und Feinkostproduzenten Hela kennt fast jeder – zumindest jeder, der gerne grillt.

Hela-Geschäftsführer Björn Laue mit seinem Sohn und Nachfolger Alexander Laue

Hela-Geschäftsführer Björn Laue (links) mit seinem Sohn und Nachfolger Alexander Laue (rechts). (Foto: Hela)

Zwar hat der Sommer den Deutschen auch in diesem Jahr einige Regentage beschert – zu einem Ketchup aus Ahrensburg greifen die Verbraucher jedoch bei jedem Wetter. „Ein durchwachsener Sommer wie dieser macht uns nur wenig aus“, sagt Björn Laue, Geschäftsführer des Unternehmens Hela Gewürzwerk Hermann Laue. Bei einem Umsatz von jährlich mehr als 150 Millionen Euro sollten nur die Spitzen nach oben 2012 etwas geringer ausfallen.

Besonders beliebt ist der Curry Gewürz Ketchup. Pro Jahr werden davon insgesamt etwa 30 Millionen Flaschen verkauft. Seit der Einführung dieses Produkts mit dem besonders würzigen Geschmack ist Hela trotz vieler Nachahmer Marktführer im Bereich Gewürzketchup. Darüber hinaus liefert das mehr als einhundert Jahre alte Unternehmen auch Gewürzmischungen sowie Hilfs- und Zusatzstoffe für das Fleischerhandwerk, für die Gastronomie, für Lebensmittelkonzerne und für Supermärkte.

Komplette Modernisierung

Björn Laue führt das Unternehmen bereits in dritter Generation. In absehbarer Zeit wird sein ältester Sohn Alexander, der das Studium der Betriebswirtschaftslehre vor eineinhalb Jahren abgeschlossen hat, in die Firmenleitung eintreten. Geregelt wird dies über einen von allen Familienmitgliedern unterschriebenen Kodex und eine Beteiligungsgesellschaft für die vier Kinder. Diesen gehören dann insgesamt knapp 25 Prozent des Unternehmens. Auch der Rest ist im Familienbesitz.

Alexander Laue wird in den kommenden Jahren eine zukunftsweisende Aufgabe vollenden, die sein Vater angeschoben hat – die Umsetzung des Plans Hela 2025. Denn bis zu diesem Zeitpunkt soll das Werk in Ahrensburg komplett modernisiert werden. „Auf dem 86.000 Quadratmeter großen Gelände wird bis auf die Lagerhallen kaum ein Stein auf dem anderen bleiben, wir werden vom Laboratorium über die Verwaltung bis zu den Siloanlagen alles auf den neusten Stand der Technik bringen“, sagt Laue.

Eine große Herausforderung für das mittelständische Unternehmen, da der Umbau während der laufenden Produktion erfolgen muss. Und zugleich ein Bekenntnis zu dem Standort im Hamburger Umland. 1905 von Hermann Laue – deshalb der Name Hela – als Darm- und Gewürzhandlung gegründet, wurde im Jahr 1991 der Umzug aus dem innerstädtischen Schanzenviertel an den jetzigen Standort in Ahrensburg vollendet. Mittlerweile gibt es darüber hinaus Hela-Produktionswerke und -Niederlassungen in Österreich, der Schweiz, Kanada, Australien, Chile, China und Singapur.

Aktuelle Ernährungstrends

Neben der Internationalisierung setzt das norddeutschen Familienunternehmen weiterhin auf die hauseigene Versuchsküche. „Dort entwickeln unsere erfahrenen Mitarbeiter nicht nur hochwertige Einzelprodukte, sie kreieren auch ganze Produktsortimente anhand der aktuellen Ernährungstrends wie Bio- oder Convenience-Artikel und testen diese auf ihre Marktreife“, so Laue. Mehr als 800 unterschiedliche Rezepte sind so bereits entstanden, die in die Hela-Produkte einfließen.

Etwa 80 Prozent des Umsatzes macht Hela in Deutschland, der Rest verteilt sich vor allem auf europäische Nachbarländer wie die Niederlande, Dänemark, Österreich oder Polen. „Hier würden wir künftig gerne noch aktiver werden“, sagt Björn Laue, „doch für die Umsetzung dieser Pläne fehlen uns oftmals Fachkräfte, die sich sowohl mit den Begebenheiten der Lebensmitteltechnologie auskennen als auch ein hohes wirtschaftliches Verständnis mitbringen.“

(Foto: Hela)

Gewürzverbrauch steigt

„Sorgen bereitet uns darüber hinaus die zunehmende Einkaufsmacht der Einzelhandelsketten“, sagt Laue, „denn diese betreiben eine harte Preispolitik und drohen immer mal wieder mit Auslistungen.“ Hinzu kommen steigende Rohstoffpreise, zum Beispiel für Pfeffer. „Das liegt vor allem an der Entwicklung in China und Indien. In den beiden bevölkerungsreichsten Ländern der Welt essen die Menschen zunehmend mehr Fleisch und verbrauchen damit einen großen Teil der Gewürze selbst.“

„An die Qualität der Gewürze stellen wir beim Einkauf allerhöchste Ansprüche“, berichtet Laue. Vor Ort werde auf Anbau, Ernte, Hygiene und Verarbeitung Einfluss genommen. „Wir untersuchen alle Rohgewürze ständig auf ihre Würzkraft, auf ihre Feuchtigkeit und auf ihren Reinheitsgrad“, so Laue über die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Lieferanten.

Geringe Fluktuation

„In den vergangenen Jahren haben wir im Durchschnitt konstant um die 350 fest angestellte Mitarbeiter beschäftigt. Die Fluktuation ist bei uns ausgesprochen gering“, so Laue, „viele Leiharbeiter, die bei uns als Saisonkraft anfangen, können wir später dauerhaft übernehmen.“

Damit Umsatzbringer wie der Curry Gewürz Ketchup sich weiterhin erfolgreich verkaufen, investiert der Gewürzspezialist nicht nur in moderne Technologie, sondern Jahr für Jahr auch acht Millionen Euro in das Marketing. Doch das ist nicht alles: „Wenn ich in ein Restaurant gehe, dann schaue ich gerne mal in der Küche nach, ob dort auch Hela-Produkte verwendet werden“, so Björn Laue über eine weitere Zutat seines Erfolgsrezepts.

Kontakt zur Hela Gewürzwerk Hermann Laue GmbH:
Beimoorweg 11
22926 Ahrensburg
Tel.: +49-4102-496-0