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Wirtschaft

Ultralockere US-Geldpolitik ist nicht unumstritten

21.09.2012

"Die Wirkung der ultralockeren US-Geldpolitik, um die langfristigen Zinsen niedrig zu halten und Unternehmen damit Investitionsanreize zu bieten, ist nicht unumstritten", so Stefan Gäde aus dem volkswirtschaftlichen Research der HSH Nordbank.

Konjunkturmotor: Mit neuen Liquiditätsspritzen will die US-Notenbank auch die hohe Arbeitslosigkeit im Lande eindämmen. (Foto: picture alliance / dpa)

Denn bislang hat die US-Notenbank schon rund 2.500 Milliarden US-Dollar in Anleihen investiert – ohne die konjunkturellen Weichen auf ein dynamisches Wachstum stellen zu können. Gleiches gilt für die hohe Arbeitslosigkeit, die bislang nicht nennenswert eingedämmt werden konnte. Nun kommt QE3, und wahrscheinlich bereits im kommenden Jahr wird die Anleiheposition in der Fed-Bilanz die Grenze von 3.000 Milliarden US-Dollar überschreiten. Kurz vor der Präsidentschaftswahl zeigt die Fed Entschlossenheit. Aber: Diese erneute Liquiditätsspritze darf ihre Wirkung nicht verfehlen. Die Fed läuft jetzt erst recht Gefahr, der Inflation Tür und Tor zu öffnen und den rechtzeitigen Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik zu verpassen, insbesondere falls die US-Konjunktur doch Fortschritte machen sollte.

Nach der Entscheidung der Fed auf ihrer Zinssitzung vom 12./13. September für ein neues Anleiheankaufprogramm ist der US-Dollar weiter gegenüber dem Euro unter Druck geraten, so dass das Währungspaar bis auf 1,3150 geklettert ist. Zuletzt hat der US-Dollar aber wieder Boden gegenüber dem Euro gutgemacht. Darin kommt nach Ansicht der HSH Nordbank-Volkswirte zum Ausdruck, dass im Rahmen der Euro-Schuldenkrise doch noch viele Unwägbarkeiten bestehen, die gegen eine allzu kräftige Festigung des Euro sprechen.

Zwar hat die EZB mit ihrer Ankündigung, unter bestimmten Bedingungen Anleihekäufe am Sekundärmarkt zu tätigen, ein Bekenntnis zur Währungsunion abgegeben und auf diese Weise die Gemeinschaftswährung gestärkt. Doch sowohl auf politischer Ebene als auch in Bezug auf notwendige Anpassungsprozesse in der Euro-Peripherie besteht noch erheblicher Handlungsbedarf. Entsprechend dürfte Euro gegenüber dem US-Dollar die Marke von 1,30 auf Sicht der kommenden Wochen eher von unten anschauen.