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Wirtschaft
01.10.2012

Für Peripherieländer der Eurozone wie Spanien oder Italien erwarten die Analysten der HSH Nordbank von der EZB-Sitzung am kommenden Donnerstag keine Unterstützung.

Spanien in der Krise: Mit seiner zögerlichen Haltung riskiert Ministerpräsident Mariano Rajoy einen bleibenden Schaden für die Volkswirtschaft des Landes. (Foto: picture alliance / dpa)

HAMBURG/KIEL – Die Angst vor neuen Risiken in der Eurozone hat in den letzten Tagen die Kurse der Bundesanleihen als sicherer Hafen wieder beflügelt. Gleichzeitig sind die Spreads von Peripherieländern wie Spanien oder Italien wieder gestiegen. Keine Unterstützung für diese Länder erwarten die Analysten der HSH Nordbank von der EZB-Sitzung am kommenden Donnerstag. Den Ball hat EZB-Präsident Draghi der Politik zugespielt, die jetzt unter Zugzwang steht und liefern muss. Das betrifft vor allem Spanien, wo sich die Regierung endlich zu einem ESM-Hilfsantrag entschließen sollte. Deshalb richtet sich der Blick auch mit Spannung auf den nächsten Donnerstag, an den die nächste Auktion spanischer Staatsanleihen stattfinden soll. „Auf jeden Fall dürfte sich der Druck des Marktes auf Spanien erhöhen“ sagt Stefan Gäde, Analyst der HSH Nordbank.

Wie erwartet konnte der Euro gegenüber dem US-Dollar diese Woche die Marke von 1,30 nicht verteidigen. Angesichts der Massenproteste der Bevölkerung in Griechenland und Spanien gegen die Sparmaßnahmen ihrer Regierungen hat die Furcht der Marktteilnehmer vor einem Wiederaufflammen der Euro-Schuldenkrise erneut zugenommen. Gestiegen sind auch die Zweifel, dass die Politik schnell und entschlossen weitere Schritte zur Eindämmung der Schuldenkrise unternimmt. Entsprechend verlor die Gemeinschaftswährung deutlich an Boden. Zwar ist das Konjunkturbild in den USA nicht ungetrübt, aber der Trend zeigt doch leicht aufwärts und sollte dem Greenback nicht weiter schaden. Die Volkswirte der HSH Nordbank gehen davon aus, dass sich die europäische Politik mit einem konkreten Maßnahmenplan noch weiter Zeit lässt. Bei der anhaltenden Skepsis der Kapitalmärkte gegenüber den Peripheriestaaten, allen voran Spanien, dürfte sich der Abwärtstrend des Euros gegenüber dem US-Dollar in der kommenden Woche in Richtung 1,27 fortsetzen.