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Wirtschaft
10.08.2012

In den USA könnte es zu einer Rezession kommen, wenn Washington nicht gegensteuert. Die HSH Volkswirte gehen von einer Wachstumseintrübung zum Jahreswechsel aus.

US-Präsident Barack Obama hält eine Wahlkampfrede am Colorado College in Colorado Springs. (Foto: picture alliance / landov)

Während hierzulande fast ausschließlich die Eurokrise für Schlagzeilen sorgt, beherrscht in den USA ein anderes Thema die Wirtschaftspolitik: Die so genannte fiskalische Klippe. Es geht darum, dass zum Ende des Jahres temporär angelegte Steuererleichterungen und Arbeitslosenzuschüsse auslaufen und gleichzeitig automatische Ausgabenkürzungen greifen.

„Wenn Washington nicht gegensteuert, kommt es zu einem Nachfrageausfall von rund vier Prozent des BIP. Eine Rezession ist dann nicht mehr zu vermeiden“, meint Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt von der HSH Nordbank.

Da im November die Präsidentschafts- und Kongresswahlen stattfinden, kann man nicht ausschließen, dass sich die politischen Parteien gegenseitig blockieren und die USA tatsächlich von der Klippe stürzen.

Allerdings ist das nicht das Szenario, das die HSH-Volkswirte vorhersagen: „Weder die Demokraten noch die Republikaner würden sich einen Gefallen tun, wenn sie eine Rezession zulassen. Aber ganz ohne Ausgabenkürzungen und Steueranhebungen wird man nicht auskommen – unabhängig davon, ob der amtierende Präsident Barack Obama oder der Herausforderer Mitt Romney der nächste Regierungschef wird.“

In jedem Fall sorgt die fiskalische Klippe für zunehmende Verunsicherung, was zu einer Eintrübung des Konsum- und Investitionsklimas führen dürfte, so de la Rubia. Für das kommende Jahr rechnet der Ökonom mit einem BIP-Zuwachs von 1,8 Prozent. Das ist weniger als in diesem Jahr, wo die HSH Nordbank ein US-Wachstum von 2,1 Prozent erwartet.