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Wirtschaft

Euro durch Zinsschritt der Europäischen Zentralbank geschwächt

Für die erneute Zinssenkung wird EZB-Präsident Mario Draghi von Volkswirten kritisiert. (Foto: picture alliance / dpa)

Die Europäische Zentralbank (EZB) senkte am Donnerstag, den 5. Juli, den Leitzins um 25 Basispunkte auf 0,75 Prozent. Mit diesem Schritt enttäuschte sie einige Wirtschaftspolitiker – allen voran die IWF-Chefin Christine Lagarde. Sie hatte gefordert, die EZB solle selektiv die Staatsanleihen einzelner Länder kaufen. Auf diese Weise könne das Zinsniveau dort gesenkt werden, wo es am nötigsten sei. Der Chefvolkswirt der HSH Nordbank, Cyrus de la Rubia, hat gegen eine derartige Maßnahme ordnungspolitische Bedenken. Das wäre so, als ob die Bundesbank zu D-Mark-Zeiten versucht hätte, im Saarland ein anderes Zinsniveau zu schaffen als in Baden-Württemberg, so de la Rubia. Vor allem aber kritisieren die Volkswirte der HSH Nordbank, dass mit dem Ankauf von Staatsanleihen der Anreiz zu Reformen unterminiert wird.