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Wirtschaft
27.07.2012

Der überzogene Renditeanstieg bei spanischen Staatsanleihen könnte Maßnahmen der Europäischen Zentralbank nach sich ziehen.

Durchaus reformfähig: Spaniens Wirtschaftsminister Luis de Guindos während einer Parlamentssitzung zur zweiten Finanzreform des Landes. (Foto: picture alliance / dpa)

Trotz des Bedarfs an weiteren Strukturreformen in Spanien – unter anderem im Bankensektor und bei der Verwaltung der Regionen – halten die Volkswirte der HSH Nordbank den jüngsten Renditeanstieg bei spanischen Staatsanleihen für fundamental nicht gerechtfertigt. So zeige das gerade verabschiedete weitere Sparpaket, dass Spanien durchaus reformfähig sei und bei den Reformen auch voran komme. Diese Übertreibung könne – sofern sich die Situation nicht beruhigt – ein Argument dafür liefern, dem Land durch erneute Staatsanleihekäufe der EZB oder eine Kreditfazilität der EFSF unter die Arme zu greifen, schreibt Analystin Kathrin Clasen von der HSH Nordbank. Die jüngste Ankündigung von EZB-Präsident Draghi, das Erforderlich zu tun, um den Fortbestand der Eurozone sicher zu stellen, weist darauf hin, dass die EZB tatsächlich weitere Maßnahmen ergreifen könnte. Für den Fall, dass sich Maßnahmen zur Linderung der  Refinanzierungssorgen Spaniens abzeichnen, erwartet Clasen steigendende Bundrenditen sowie Aufwärtspotenzial für den Euro.