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Der Ölpreis der Sorte Brent ist deutlich von seinen Jahreshöchstständen heruntergekommen. Im Zuge der Verschärfung des Iran-Atomkonflikts war dieser Anfang des Jahres auf Niveaus oberhalb von 120 US-Dollar pro Barrel geklettert. Wird sich der Preisverfall weiter fortsetzen oder ist mit den aktuellen Niveaus der Boden bereits erreicht?

Ein petrochemischer Komplex im Südwesten des Irans: Eine Verschärfung des Irankonflikts könnte den Ölpreis wieder nach oben treiben. (picture alliance / dpa)

Die weitere Entwicklung der europäischen Schuldenkrise sollte den Ölpreis künftig weiter beeinflussen. „Diese ist noch lange nicht ausgestanden, sodass es immer wieder Rückschläge und damit einhergehende Turbulenzen an den Finanzmärkten geben dürfte“, schreibt Sintje Boie aus dem Research der HSH Nordbank. Angesichts der damit einhergehenden Konjunkturrisiken könnte der Ölpreis daher kurzfristig auch noch weiter nachgeben.

Auf Sicht der kommenden Quartale geht Sintje Boie jedoch von einem moderaten Ölpreisanstieg aus. Die OPEC dürfte ihr Angebot begrenzen, um nicht zu einem weiteren Preisverfall beizutragen. Denn die zu beobachtende konjunkturelle Abschwächung hat zu einem Überangebot auf dem Ölmarkt geführt. Daneben sollte die Ölnachfrage 2012 insgesamt weiterhin zulegen, auch wenn der Anstieg spürbar niedriger ausfällt, als ursprünglich gedacht. Der weiterhin schwelende Atomkonflikt mit dem Iran spricht ebenfalls für längerfristig steigende Notierungen. Noch sind beide Verhandlungsparteien weit entfernt von einer Einigung. Die sich aus dem Konflikt ergebenden Risiken können schnell wieder auf die Agenda rücken.