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24.05.2012

Bleibt Griechenland in der Eurozone oder wird das Land die Eurozone verlassen? Diese Frage treibt derzeit die Marktteilnehmer um und hat einen maßgeblichen Einfluss auf die Zinslandschaft, meint HSH Nordbank-Analystin Kathrin Clasen in der Publikation „Rententrends Mai 2012“.

Die Krise auf einem griechischen T-Shirt: Experten rechnen mit einem volkswirtschaftlichen Kompromiss aus Reformen und Sparmaßnahmen. (Foto: picture alliance / dpa)

Die HSH Nordbank sieht weiterhin ein erhöhtes Ansteckungspotenzial für Länder wie Portugal, falls Griechenland tatsächlich die Gemeinschaftswährung zugunsten einer eigenen Währung aufgeben sollte. Besonders gefährdet wäre dabei der Bankensektor, wo ein Sturm auf die Einlagen zu einer nachhaltigen Destabilisierung der betroffenen Volkswirtschaften wie beispielsweise Portugal und Spanien führen könnte. Clasen ist dennoch zuversichtlich, dass die Eurozone erhalten bleibt, und rechnet damit, „dass es letztlich einen Kompromiss zwischen der Troika und Griechenland über den künftigen Reform- und Sparkurs als Bedingung für weitere Hilfen kommen wird“.

Finanzieller Stress nimmt allmählich ab

Vor diesem Hintergrund lautet die Prognose, dass das Stressniveau an den Finanzmärkten zwar hoch bleibt, aber allmählich abnehmen wird. Dies bedeutet gleichzeitig leicht steigende Bundrenditen, die sich derzeit als Folge einer Flucht in Sicherheit auf Rekordtiefs befinden. Der Chefvolkswirt der HSH Nordbank, Cyrus de la Rubia, geht für die USA von einem ähnlichen Bild aus. Die Renditen dürften dort etwas deutlicher steigen, weil die Konjunktur sich – relativ gesehen – dynamischer entwickelt, meint er.

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