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26.04.2012

Bolsa de Madrid: Spaniens Wertpapierbörse reagierte mit Kursverlusten auf das unerwartet hohe Staatsdefizit. (Foto: picture alliance / dpa)

Spanien hat in den vergangenen Wochen dafür gesorgt, dass die europäische Schuldenkrise wieder in den Fokus der Anleger gerückt ist und die Bund-Renditen wieder kräftig gesunken sind, betont Analystin Kathrin Clasen in der Publikation Rententrends April. Trotz bereits eingeleiteter Sparanstrengungen und Reformmaßnahmen hat die Glaubwürdigkeit dieses Kurses zuletzt gelitten, da die spanische Regierung das Defizitziel für dieses Jahr angehoben hat. Neben der hohen Arbeitslosenrate und der Rezession hat das Land mit einer hohen Verschuldung des privaten Sektors sowie einem steigenden Volumen an faulen Immobilienkrediten zu kämpfen. Für Nervosität sorgt, dass der Kursverlust bei spanischen Staatsanleihen sich wiederum negativ auf die Bonität der Banken auswirkt, die einen großen Teil dieser Papiere halten, schreibt Clasen. Insgesamt hält die HSH-Analystin es für wahrscheinlich, dass Spanien unter Druck bleibt. Da die Regierung es bislang ablehnt, einen Hilfsantrag zu stellen, und auch seitens der EZB zunächst keine zusätzliche Unterstützung zu erwarten ist, wird der Regierung wohl nichts anderes übrig bleiben, als den Reformprozess zu beschleunigen, um das Vertrauen der Märkte zurückzugewinnen.

Euro verliert gegenüber dem US-Dollar

Angesichts der gestiegenen Spannungen in Spanien hat der Euro wieder an Boden verloren. Nützen könnte ihm zunächst nur, wenn die USA doch noch ein neues Anleiheankaufprogramm auflegt, meint die Analystin Sintje Boie. Allerdings hält Boie an dem Ausblick fest, dass der Euro gegenüber dem US-Dollar mittelfristig an Wert gewinnt. Unter anderem hänge dies damit zusammen, dass die EZB vermutlich eher als die US-Notenbank mit Leitzinserhöhungen beginnen werde, auch wenn dies erst für Ende 2013 zu erwarten sei.

It’s the labor market, stupid!

Chefvolkswirt Cyrus de la Rubia weist darauf hin, dass die US-Notenbank ihre Entscheidungen mehr oder weniger ausschließlich von den Entwicklungen am Arbeitsmarkt abhängig macht. De la Rubia geht davon aus, dass die Investoren sich über kurz oder lang damit abfinden müssen, dass der Arbeitsmarkt in den nächsten Jahren nicht mehr so brummen wird, wie das vor der Krise der Fall war. Die Geldpolitik könne da nicht viel ausrichten. Vor diesem Hintergrund geht der Chefvolkswirt der HSH Nordbank davon aus, dass die Fed auf weitere aggressive geldpolitische Lockerungsschritte verzichten wird.

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