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19.03.2012
US-Präsident Barack Obama spricht in Washington zum Jobs Act. (Foto: picture alliance / Newscom)

US-Präsident Barack Obama spricht in Washington zum Jobs Act. (Foto: picture alliance / Newscom)

Die erneute Flutung der Märkte mit Liquidität durch die Europäische Zentralbank (EZB) und die Erleichterung über die geglückte Umschuldung Griechenlands führte in den vergangenen Wochen zur Fortsetzung der Entspannung an den Finanzmärkten, ist in der Publikation Rententrends der HSH Nordbank nachzulesen. In den USA stellt sich vor dem Hintergrund verbesserter Arbeitsmarktdaten die Frage, ob es jetzt zu einer Zinswende kommt. Eine Wende ist möglicherweise auch beim Wechselkurs des Yen zu beobachten.

Konjunktur, Zins- und Währungsprognosen der HSH Nordbank

Die EZB wird den Leitzins nicht weiter senken, meint HSH-Analystin Kathrin Clasen. Eine derartige Maßnahme wurde von der Notenbank nicht einmal diskutiert. Darüber hinaus hat die EZB auch „hinsichtlich der unkonventionellen geldpolitischen Maßnahmen […] nun auf ,Abwarten‘ geschaltet“, so Clasen. Eine positive Entwicklung sei der Konjunkturverlauf in Deutschland, wo der erneute Anstieg des Ifo-Index mittlerweile auf eine konjunkturelle Wende hindeute. Positive Impulse seien vor allem aus dem Inland zu erwarten. Aufgrund einer geringeren Exportdynamik geht Clasen jedoch von einem Wirtschaftswachstum von nur 0,7 Prozent aus. In diesem Umfeld sollten die langfristigen Bund-Renditen – auch bedingt durch die Liquiditätsschwemme – nur moderat steigen. 

Langfristzinsen könnten steigen

In den USA haben die guten Arbeitsmarktzahlen und der steigende Ölpreis nach Ansicht des HSH-Chefvolkswirts Cyrus de la Rubia die Notenbank davon abgehalten, ein erneutes Ankaufprogramm für Anleihen zu starten. Darauf deuteten einige Änderungen in der jüngsten geldpolitischen Stellungnahme hin, wo unter anderem auf eine temporär höhere Inflation verwiesen werde. Der Leitzins werde aber niedrig bleiben und beim US-Dollar Libor ist sogar mit einem weiteren Rückgang zu rechnen. Bei den langfristigen Zinsen könnte es nunmehr aber nach Aussage von de la Rubia zu einer Wende nach oben kommen.

HSH-Analystin Sintje Boie hält es für möglich, dass der Wechselkurs des Yen gegenüber dem US-Dollar einen Wendepunkt erreicht hat. Als wichtigste Ursachen führt Boie die expansivere Geldpolitik der japanischen Notenbank an. Verwiesen wird aber auch auf das Handelsbilanzdefizit, das Japan das erste Mal seit Anfang der 80er-Jahre verkünden musste. Dies könnte einen Strukturbruch markieren. Boie erwartet eine Abwertung des Yen gegenüber dem US-Dollar von rund sieben Prozent bis Mitte nächsten Jahres.