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Wirtschaft
05.03.2012

Die Containerschiffe fahren nach wie vor in schwerer See und die gesamte Branche leidet unter den ruinösen Frachtraten. Dennoch war der Start ins neue Jahr vielversprechend. Im Januar sind die Frachtraten kräftig gestiegen, hauptsächlich auf der wichtigen Route zwischen Europa und Fernost. Bei den Tramp-Reedern, die ihre Schiffe an die Linienreedereien verchartern, ist die Erholung bislang nicht angekommen. Die Charterraten befinden sich noch im Abwärtstrend und die Ergebnisse bleiben unter Druck.

Vollbeladenes Containerschiff: Während die Frachtraten im Januar kräftig gestiegen sind, bleiben die Charterraten im Abwärtstrend. (Foto: picture alliance / fStop)

Der Welthandel wird auch dieses und nächstes Jahr die Containerschifffahrt stützen. Getragen wird das Wachstum nicht nur von den Verkehren nach Asien, sondern zunehmend von den sich dynamisch entwickelnden Verkehren innerhalb Asiens. Zweistellige Wachstumsraten gehören jedoch aufgrund der Abkühlung der globalen Konjunktur vorerst der Vergangenheit an. Die Analysten der HSH Nordbank erwarten 2012 und 2013 im Containerverkehr ein Plus von sechs bis sieben – beziehungsweise acht­ bis neun Prozent.

Das wird vorerst nicht reichen, um den Angebotsüberhang abzubauen. Der Zustrom neuer Tonnage ist ungebrochen und das Orderbuch macht rund 28 Prozent der aktuellen Flotte aus. Die Branchenexperten rechnen bis 2014 mit einem durchschnittlichen Flottenwachstum von acht bis neun Prozent bei einem geringfügigen Potenzial an Verschrottungen, Stornierungen und Auslieferungsverschiebungen. Von einem Abbau der Überkapazitäten kann daher vorerst nicht die Rede sein und die Zahl der aufliegenden Schiffe wird in den kommenden Monaten nach Einschätzung der Experten weiter zunehmen.

Die Analysten der HSH Nordbank gehen davon aus, dass die Frachtraten steigen werden und der Chartermarkt im zweiten Quartal dieses Jahres nachziehen wird. Eine Rückkehr auf ein zufriedenstellendes Gewinnniveau erwarten sie erst wieder gegen Ende des Jahres 2013.

Kapitalmärkte

An den internationalen Aktienmärkten wurden die Aktien von Schifffahrtsunternehmen stark nachgefragt. Der DAXglobal Shipping Index wies eine bessere Performance auf als der MSCI World und andere nicht branchenspezifische Indizes. Die angespannte Ertragslage vieler Reedereien spiegelt sich in den Einschätzungen der Ratingagenturen wider. Es gab mehrere Ratingherabstufungen.