SUCHE

Wirtschaft
09.02.2012

Autor: Florian Eder

Bürgern der EU steht der Arbeitsmarkt in allen Mitgliedsländern offen. Doch bisher fehlt eine Regelung, wie erworbene Rentenansprüche mitgenommen werden können.

Ein schönes Europa der Mobilität ist das, wovon die Bundeskanzlerin gelegentlich öffentlich träumt. Ein Europa, in dem die Menschen so flexibel sind, dass sie den ganzen Kontinent als ihren Arbeitsmarkt begreifen. Und schließlich auch ein Europa, dessen Bürger ihre so erworbenen Pensionsansprüche mitnehmen können und sich damit den (ohnehin späten) Ruhestand finanzieren können.

Vor allem beim letzten Punkt hapert es. Wer heute einmal in ein fremdes Sozialversicherungssystem wechseln muss, weiß davon zu berichten: Die Beiträge dienen oft genug der Finanzierung der zeitweiligen Heimat, der Beitragszahler hat davon später: nichts. Das ist ein Skandal, der abgestellt gehört.

Sicherung von Ansprüchen muss verbindlich sein

Es gäbe also genug zu tun für die Europäische Kommission, die sich nun das Thema Rente vornehmen will. Die Sicherung von Ansprüchen der Versicherten aus anderen Ländern als ihrem Heimatstaat muss verbindlich und am besten unbürokratisch ausgestaltet werden.

Schafft die EU-Kommission das, es wäre ein Glanzstück ihrer Arbeit, ein Grund zum Stolz und ein großer Dienst für die Union. Nicht aber muss sich Brüssel funktionierender Systeme wie der deutschen betrieblichen Altersvorsorge annehmen. Denn zum einen ist generell nicht so recht klar, warum ein Brüsseler Binnenmarktkommissar dafür zuständig sein soll.

Zum anderen ähnelt zwar das Geschäft der Pensionskassen dem der großen, durch die Finanzkrise gebeutelten Versicherer, es lebt in der Substanz aber von einer besonderen Bindung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Für Unternehmen ist eine Betriebsrentenkasse auch ein Werkzeug zur Mitarbeiterbindung. Wird das zu teuer, besteht die Gefahr, dass viele Firmen aussteigen wollen. Dann aber wäre die Regulierung kontraproduktiv, die doch für eine Angleichung der Lebensverhältnisse im Alter sorgen will.

Nach oben