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Erbschaftssteuer
02.09.2016

Die Erbschaftssteuer kann Unternehmen in ihrem Bestand gefährden. Stiftungen können dazu beitragen, den Generationswechsel erfolgreich zu gestalten.

Familienstiftungen können helfen, Unternehmen zu bewahren (Foto: ©Getty Images Creative)

Familienstiftungen können helfen, Unternehmen zu bewahren (Foto: ©Getty Images Creative)

Die Erbschaftssteuerreform stellt den deutschen Mittelstand vor große finanzielle Herausforderungen. Die fällige Steuer kann die Substanz des Unternehmens gefährden, wenn der Erbfall eingetreten ist. In diesem Zusammenhang wird wieder darüber diskutiert, inwieweit eine Stiftung die Existenz eines Betriebes beim Generationswechsel sichern kann.

Gemeinnützige Stiftungen sind grundsätzlich steuerbefreit, das gilt auch für die Erbschaftssteuer. Die Übertragung der Unternehmensanteile in eine gemeinnützige Stiftung bietet sich etwa dann an, wenn es keine geeignete Nachfolge in der Familie des Unternehmens gibt. In einem solchen Fall tritt die Stiftung in die Fußstapfen des Eigentümers und sorgt als Gesellschafter für die Fortführung. Die Gewinne aus dem Unternehmen fließen in die Stiftung und werden dort für gemeinnützige Zwecke verwendet.

Aber auch eine privatnützliche Unternehmensstiftung kann dem Unternehmer als strategisches Instrument dienen, um die Firma dauerhaft zu sichern. Eine solche Stiftung schüttet die Gewinne an private Begünstige aus – etwa an die nachfolgenden Generationen des Unternehmers. Durch die Familienstiftung wird das Unternehmen nicht zerstückelt und gleichzeitig wird eine Versorgung der Nachkommen gesichert. Anders als die gemeinnützige Stiftung gibt es hier keine Steuerbefreiung, aber einen größeren Gestaltungsspielraum als klassische Unternehmensformen ihn bieten. So greift hier beispielsweise alle 30 Jahre die sogenannte Erbersatzsteuer, die langfristig von Unternehmen berücksichtigt werden kann.

Am Beispiel der bekannten Robert Bosch Stiftung wird deutlich, wie sich gemeinnützige und privatnützliche Interessen verbinden lassen. Hier besitzt die gemeinnützige Stiftung 92 Prozent der Kapitalanteile, während die Familie 8 Prozent besitzt. Die Stimmrechte wiederum liegen bei der Familie und der Treuhand KG. So ist sichergestellt, dass die Familie langfristig am Unternehmenserfolg beteiligt ist, jedoch werden die wesentlichen Erträge für gesellschaftliches Engagement zur Verfügung gestellt. In einem solchen Fall sind 92 % des Unternehmenswertes im Erbschaftsfall steuerbefreit.

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