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Tedx-Salon Hamburg
02.03.2016

Big Data als Segen – Gesundheitsdaten können Krankheiten rechtzeitig erkennen.

Vedrana Tabor, Leiterin Scientific Research bei Clue App

Vedrana Tabor, Leiterin Scientific Research bei Clue App (Foto: Sven Wied)

Weshalb ist es wichtig, Medizin mit Big Data zu verknüpfen?
Vedrana Tabor: In Medizin und Forschung ist sehr viel Know-how vorhanden. Die Akademiker wissen, wie man forscht. Aber sie haben keine globale Reichweite. Für sie ist es extrem kostspielig, Daten von verschiedenen Bevölkerungsgruppen aus unterschiedlichen Teilen der Welt zu erhalten. Deshalb ist es für die klassische Forschung sehr schwierig, große Datenmengen zu bekommen. Genau das ist mit Gesundheits-Apps auf Smartphones leicht möglich. Es wäre schade, wenn wir diese Daten nicht auswerten würden. Die Mischung aus kompetenten Wissenschaftlern und großen Datenmengen ist eine Kombination, die viel bewirken kann.

Wer soll die Gesundheitsdaten bekommen?
Vedrana Tabor: Die Daten werden zum einen dem Gesundheitswesen zur Verfügung gestellt. Zum anderen bekommen die Teilnehmer an der Studie Informationen über ihren eigenen Gesundheitszustand. Es geht darum, Daten und Wissen zu teilen.

Viele fürchten, dass eine komplette Offenheit dazu führt, dass Krankenversicherungen manche Patienten nicht mehr aufnehmen oder mit Zusatzprämien belegen.

Vedrana Tabor: Das ist eine Art, auf das Thema zu blicken. Die andere Art ist, zu erkennen, dass mir besser geholfen werden kann, wenn mehr Daten über mich vorhanden und verfügbar sind. Viele Krankheiten können gut behandelt werden, wenn sie rechtzeitig erkannt werden. Ich weiß, dass es Ängste gibt, offen zu sein. Und natürlich dürfen die Daten nicht missbraucht werden. Insgesamt sehe ich durch die Kombination von Medizin und Big Data aber große Chancen für eine bessere Gesundheit und ein besseres Leben.