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02.03.2016

Die Stammzellenforschung macht Fortschritte. Absehbar ist schon jetzt, dass in einigen Jahrzehnten Organe hergestellt werden können. Was bedeutet das für unsere Gesundheit?

Nathalie Brandenberg, Mitbegründerin von SUN Bioscience

Nathalie Brandenberg, Mitbegründerin von SUN Bioscience (Foto: Sven Wied)

Können durch die Fortschritte in der Stammzellenforschung künftig Organe oder Teile von Organen gezüchtet und implantiert werden?
Nathalie Brandenberg: Ja, das könnte klappen. Aber bis wir komplette Organe herstellen können wird es bestimmt noch 30 Jahre dauern. Aber wir schaffen es bereits, Zellen für Organe herzustellen. Derzeit befinden sich diese Techniken noch im Forschungsstadium.

Wenn eine Leber oder eine Niere nicht mehr funktioniert, können in Zukunft dann Teile davon ersetzt werden?
Nathalie Brandenberg: In der Zukunft werden wir in der Lage sein, zuerst eine kritische Masse von einem Organ herzustellen. Diese Zellen können dann die Funktionen des Organs übernehmen. Aber wie gesagt – noch sind wir nicht so weit. Derzeit klappt es manchmal, manchmal geht es schief – und wir wissen nicht, woran es liegt. Wir müssen noch viel arbeiten, um standardisierte Verfahren zu entwickeln, die dann auch zuverlässig funktionieren und sich immer wiederholen lassen. Das muss nicht nur im akademischen, sondern auch im industriellen Rahmen klappen.

Werden wir dank der neuen Technik länger leben?
Nathalie Brandenberg: Wahrscheinlich schon. Aber wie lang das sein wird, kann ich nicht sagen. Wichtig ist vor allem, dass wir dank der neuen Techniken im Alter gesünder sein werden.

Ist es sehr teuer, diese Verfahren weiter zu entwickeln?
Nathalie Brandenberg: Im Moment ist das sehr teuer, weil es auf der ganzen Welt nur wenige Labore gibt, die das können.