Tedx-Salon Hamburg

So wohnen wir in Zukunft

29.02.2016

Lars Hinrichs, Internet-Pionier und XING-Gründer will in Hamburg mit dem „Apartimentum“ das Wohnen neu erfinden. Spätestens im Mai sollen die ersten Mieter in das Haus am noblen Mittelweg einziehen.

Lars Hinrichs, Internet-Pionier und XING-Gründer, auf dem Tedx Salon in Hamburg. (Foto: TEDxHamburgSalon / Sebastian Gabsch)

Was macht das „Apartimentum“ so besonders?
Lars Hinrichs: Wir haben die fünfte Art des Wohnens geschaffen: Wir nehmen die hochwertige Qualitätswelt aus dem Eigentum, kombinieren diese mit dem Servicelevel eines Hotels, der Flexibilität eines Boardinghouses und dem Zuhause-Gefühl einer Wohnung. Wir definieren Wohnen neu: living as a service, ein Software-Modell aus dem Internet übertragen auf die Wohnwirtschaft.

Was heißt das konkret?
Lars Hinrichs: Das Produkt, das es bei mir gibt, wird gemessen in Kubikmeter Lebensqualität. Und zwar in bester Lage, mit einzigartiger Ausstattung, für begrenzte Zeit und zum Flattarif. Kubikmeter Lebensqualität fängt damit an, dass die Decken im Neubau 3,60 Meter hoch sind, das gibt es sonst nirgends. Lebensqualität heißt unter anderem, dass ich im ganzen Haus hochwertige Marken einsetze: Osram, Miele, Siematic, Kaldewei und so weiter. So etwas leistet man sich sonst nur im Eigentum. Dazu gibt es die größte Garage für Elektroautos in Deutschland.

Wer soll in dem Haus wohnen?
Lars Hinrichs: Das Produkt „Apartimentum“ hat eine klare Zielgruppe: High-End Expats, die temporär nach Hamburg kommen, um hier zu arbeiten und sich schnell wohlfühlen wollen.
 
Sie kommen aus der Internet-Welt, Bauen ist sehr traditionell.
Lars Hinrichs: Ja, aber das habe ich völlig geändert. Wir haben hier 34 IP-Systeme. Das „Apartimentum“ ist das erste Haus weltweit, das zu 100 Prozent auf IP-Technologie baut, dem Internet-Protokoll. Bei uns sprechen Geräte mit der Cloud über die Cloud mit anderen Geräten.

Klingt nach Science Fiction.

Lars Hinrichs: Wenn Sie die Tür aufmachen, kommt schon der Fahrstuhl. Wir haben eine intelligente Tür entwickelt, die erkennt Sie an ihrem Telefon. Wenn Sie das vergessen haben, können Sie sich einloggen. Schlüssel gibt es nicht. Dazu ist mein Smart-Home sehr energieeffizient.  

Wie sind Sie überhaupt auf das Projekt gekommen?
Lars Hinrichs: Mit dem Verkauf meiner XING-Anteile hatte ich einen Liquiditätsevent und habe überlegt, dass es klug wäre, auch in Immobilien zu investieren. Also habe ich das Haus gekauft, um es umzubauen und zu vermieten. Aufgrund von Diskussionen mit dem Denkmalschutz und den Nachbarn hat sich das aber um vier Jahre verzögert. In dieser Zeit habe ich das Konzept für das „Apartimentum“ entwickelt. Es geht darum, sich zu überlegen, wie man wohnen will: Design, Architektur, Vertragswerk – alles ist neu.
 
Wohnen Sie privat genauso ausgeklügelt?
Lars Hinrichs: Ja, ich wohne sehr intelligent – allerdings in einem Haus, nicht in einer Wohnung.

Ist das Hamburger Apartimentum die Blaupause für weitere Projekte dieser Art?
Lars Hinrichs: Wenn Hamburg funktioniert, habe ich ein erfolgreiches Modell – es gibt dann keinen Grund, das woanders nicht zu wiederholen.
 
Weitere Informationen unter: www.apartimentum.com