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Neue Hightech-Strategie
26.09.2014

Mit ihrem Papier zur Förderung von Forschung und Entwicklung im Bereich Hightech schlägt Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) eine neue Richtung ein: Sechs zentrale Felder sollen die Zukunftsfähigkeit von Wirtschaft und Wissenschaft in Deutschland sicherstellen. Den Mittelstand will die Regierung zu mehr Innovationen animieren.

Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU) bei der Vorstellung ihrer Pläne während der Bundespressekonferenz in Berlin. (Foto: picture alliance / dpa)

Das Ziel der neuen Hightech-Strategie (HTS) von Johanna Wanka ist es, mehr Innovationen schneller zur Marktreife zu verhelfen und Deutschland zum „Innovationsweltmeister“ zu machen. Allein im Jahr 2014 will die Bundesregierung dazu elf Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung aufwenden – so hoch sind die Forschungsgelder aller beteiligten Bundesministerien, die nun gebündelt für digitale Innovationen aufgewendet werden. In den nächsten Jahren soll das Budget ähnliche Dimensionen erreichen.

Deutsche Unternehmen seien in der Forschung bereits Spitze, so Ministerin Wanka, aber die Umsetzung der Ergebnisse bis zur Marktreife könne noch effektiver und schneller erfolgen. Gelingen soll dies durch einen intensiveren Wissenstransfer zwischen Wirtschaft und Forschung.

Impulse für Wirtschaft, Forschung und Arbeit

Gerade kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sollen von der neuen Hightech-Strategie profitieren. Prinzipiell kann danach jede Firma mit innovativen Ideen Gelder für Forschungen erhalten, denn die Förderprogramme sind für alle Technologiefelder offen. Wer keine eigene Abteilung für Forschung und Entwicklung hat, kann künftig Kooperationen mit Partnern aufbauen, wie etwa Hochschulen oder anderen Unternehmen. Im Blick hat die Ministerin dabei vor allem Fachhochschulen, denn sie seien wirtschaftsnaher und anwendungsbezogener als die meisten Universitäten.

Einfachere Vergabeverfahren sollen zudem den Zugang zu Fördergeldern erleichtern und den Transfer beschleunigen. Die Verzahnung mit Förderprogrammen der Europäischen Union soll dabei unterstützen, europaweite Synergien zu erschließen und neue Netzwerke zu schaffen. Interessierte Unternehmen finden weitere Informationen zur Förderung von Forschung und Innovation auf dem Infoportal der Förderberatung der Bundesregierung.

Forschungsbereiche für Wohlstand und Lebensqualität

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) definiert sechs Felder im Bereich Innovation mit großer Dynamik sowie Aussicht auf wirtschaftliches Wachstum und Wohlstand:

•    Digitale Wirtschaft und Gesellschaft
•    Nachhaltiges Wirtschaften und Energie
•    Innovative Arbeitswelt
•    Gesundes Leben
•    Intelligente Mobilität
•    Zivile Sicherheit

Die Strategie erläutert das BMBF in einer Informationsbroschüre.

Forschungsaktivitäten noch stärker bündeln

Mit ihrer neuen Strategie führt die Bundesbildungsministerin die seit 2006 bestehenden Anstrengungen in den Bereichen Forschung und Entwicklung in der deutschen Wirtschaft fort. Neu sind die digitalen Schwerpunkte, die Wohlstand und Lebensqualität in der Bundesrepublik sichern sollen. Die Forschungsprogramme verschiedener Bundesministerien werden künftig zusammengefasst und die Forschungsaktivitäten neu ausgerichtet. Die Ministerin ist davon überzeugt, dass die neue Strategie Beschäftigungsimpulse bringen wird. „Die neue HTS “, so Wanka, schafft „Zukunftschancen und die Arbeitsplätze von morgen“.

Zustimmung vonseiten der Wirtschaftsverbände

Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Industrie, Markus Kerber, bewertet das Konzept positiv: „Mit der steuerlichen Forschungsförderung kann die Bundesregierung ein international bewährtes Innovationsinstrument einführen.“ Auch Dieter Kempf, Präsident des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien, lobt die Schwerpunkte: „Die Hightech-Strategie setzt Akzente bei den zentralen Zukunftsthemen der digitalen Wirtschaft wie Industrie 4.0, Smart Services, Smart Data sowie digitaler Bildung“. Der Verband unterstützt das Kernanliegen ausdrücklich: „Aus Innovationen müssen schneller marktreife Produkte werden“, so Kempf. „Hier lassen wir in Deutschland nach hervorragender Forschung noch viel zu oft anderen den Vortritt.“