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Unternehmer gefragt
10.07.2014

Rund zwei Drittel der deutschen Mittelständler sind der Meinung, die Bundesregierung kümmere sich zu wenig um ihre Belange. Das ergab eine Umfrage von Unternehmer Positionen Nord. Dringend angehen sollte die Regierung neue Infrastrukturprojekte.

Laut einer Umfrage von Unternehmer Positionen Nord wünschen sich Unternehmer vor allem mehr Investitionen in die Infrastruktur – so wie hier beim Ausbau der Autobahn A3 bei Würzburg. (Foto: picture alliance)

Das Thema Infrastruktur scheint den mittelständischen Unternehmern aktuell besonders wichtig zu sein: In einer im Juni 2014 durchgeführten Umfrage von Unternehmer Positionen Nord (UP) unter Geschäftsführern und leitenden Angestellten nannten rund 50 Prozent den Ausbau von Infrastrukturinvestitionen als dringendstes Thema. Die Unternehmer fordern höhere Investitionen in die öffentliche Infrastruktur und sehen hier akuten Nachholbedarf um die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland zu bewahren. Die Förderung von Krediten oder Exporten hat für sie dagegen einen deutlich geringeren Stellenwert: Diese Themen schätzen lediglich 15 beziehungsweise 13 Prozent der Befragten als wichtig ein.

Bürokratie abbauen

Danach befragt, welche Hemmnisse die Politik angehen sollte, gab es für die Firmenbosse einen klaren Favoriten: die Bürokratie. Der Abbau bürokratischer Hürden hat für 59 Prozent der Teilnehmer oberste Priorität. Weitere Felder, bei denen sich Unternehmer von der Politik Entlastung wünschen, sind Lohnnebenkosten (22 Prozent) und Steuern (17 Prozent). Das lässt umgekehrt darauf schließen: Viele Unternehmer sind recht zufrieden mit den derzeitigen Nebenkosten für Arbeitnehmer und Steuern.
Zu den gegenwärtig größten ökonomischen Herausforderungen zählen die Unternehmen die hohe Staatsverschuldung in Europa (45 Prozent) und die Folgen der Ukraine-Krise (33 Prozent).

Wettbewerbsfähigkeit stärken

Die von der Mittelstandsinitiative der HSH Nordbank befragten Unternehmer äußerten sich auch zu ihren Zukunftsplänen: Sie wollen in die Fort- und Ausbildung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (40 Prozent) investieren, in Anlagen und Geschäftsausstattung (21 Prozent) und in neue Arbeitsplätze (21 Prozent).

Die eigenen mikroökonomischen Entscheidungen werden, so ein weiteres Ergebnis der Befragung, stark durch makroökonomisch wirksame Megatrends beeinflusst. 56 Prozent nannten die Energiewende in Deutschland als wichtigsten Faktor. Dahinter folgt der demografische Wandel mit 41 Prozent. Jeweils 21 Prozent denken in diesem Zusammenhang an den Klimawandel und die Digitalisierung. 18 Prozent der Befragten äußerten, die Globalisierung beeinflusse die Planung ihrer unternehmerischen Zukunft. Das Bemerkenswerte daran ist: Die Globalisierung scheint für den Mittelstand eine geringere Herausforderung zu sein als Probleme, die sich lediglich auf Deutschland beziehen.

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