SUCHE

10.06.2013

Die Betreuung demenzkranker Menschen stellt Pflegende, aber auch die gesamte Gesellschaft, vor große Herausforderungen. Die frühere TV-Moderatorin Sophie Rosentreter sprach auf dem 6. Hamburger Stifterinnenfrühstück über die Probleme und Lösungen.

Referentin Sophie Rosentreter (l.), Geschäftsführerin "Ilses weite Welt GmbH" und Angela Krzykowski, Stiftungsberaterin bei der HSH Nordbank.

Referentin Sophie Rosentreter (l.), Geschäftsführerin "Ilses weite Welt GmbH" und Angela Krzykowski, Stiftungsberaterin bei der HSH Nordbank. (Foto: HSH Nordbank)

Demente Menschen sind nicht mehr in unserer Denkwelt zuhause – entsprechend stoßen Pflegende, überwiegend sind dies die Angehörigen, in der Betreuung oft an ihre Grenzen. Zudem ist Demenz noch weitgehend ein Tabuthema. Dies zu ändern, hat sich die frühere TV-Moderatorin Sophie Rosentreter vorgenommen. Eine große Aufgabe und gleichzeitig ein Stiftungszweck, wie ihr berührender Vortag auf dem 6. Stifterinnenfrühstück gezeigt hat.

Obwohl in Deutschland 1,4 Millionen Menschen unter Demenz leiden – Tendenz steigend – setzen sich leider viel zu wenig Menschen mit dieser Problematik auseinander. 70 Prozent der Demenzkranken werden in der häuslichen Umgebung gepflegt. Allerdings nutzen gegenwärtig lediglich 30 Prozent der Angehörigen bestehende Hilfsangebote. Die Folgen sind häufig Hilflosigkeit und Überforderung, gefolgt von sozialem Rückzug und Isolation.

Sophie Rosentreter hat dies in ihrer eigenen Familie, durch das neunjährige Leiden ihrer Großmutter an Alzheimer, selbst leidvoll erfahren und versucht dies seit 2009 mit ihrem Unternehmen "Ilses weite Welt GmbH" zu ändern. Die Unterstützung von Angehörigen soll eine bessere Pflege ermöglichen und Demenzkranken ihren Platz in unserer Gesellschaft sichern. Dafür seien Aufklärung und ein Umdenken erforderlich, so Sophie Rosentreter.

Auf neue Art kommunizieren

Stimmen die Rahmenbedingungen, ist auch für schwer Demenzkranke Lebensqualität möglich. Dafür müssen sie in ihrer Welt abgeholt werden – verständnisvoll und nicht belehrend. "Denk doch mal nach", ist so eine Aufforderung, mit der man Demenzkranke nicht mehr erreicht – dies geht nur noch über Erinnerungen und Gefühle. "Ilses weite Welt" bietet verschiedene Materialien und Anregungen, um die Menschen anzuregen, zu unterhalten und zu beschäftigen – kurz, um ihnen schöne Momente zu verschaffen. Mit Bildern berühren, das schafft Rosentreter, die selbst aus der Filmbranche kommt, mit ihren speziell für Demenzkranke gedrehten Filmen. Die langen Filmsequenzen schaffen eine Brücke, um ins Gespräch zu kommen. Auch Musik ist einer der Königswege, den sie bewusst nutzt. "Es kommt nicht darauf an, was wir im Leben erreichen, sondern wen!", so die feste Überzeugung von Sophie Rosentreter.

Stiftungsgründung geplant

Um ihre unterschiedlichen Initiativen zu bündeln, in eine effiziente Organisation einzubringen und den öffentlichen Auftritt zu gestalten, plant Rosentreter die Gründung einer Stiftung. Auch die Themen Kooperation und Priorisierung haben zentrale Bedeutung. Hier bot das Stifterinnenfrühstück den Rahmen für einen offenen, kollegialen Austausch sowie optimale Netzwerkbedingungen.
„Berührend, beeindruckend, mitreißend“ – das waren die spontanen Reaktionen der Zuhörerinnen auf dem Stifterinnenfrühstück. Und dem ist nichts hinzuzufügen.

Der Bereich Philanthropie und Stiftungen der HSH Nordbank Private Banking schafft es unter der Leitung von Andreas Schiemenz, das Netzwerk der Stiftungen, gemeinnützigen Organisationen und Trägern durch solche Veranstaltungen zu bereichern. Die einzigartige Kombination von Finanz-Know-how und langjähriger Erfahrung in der strategischen Beratung zeichnet das Stiftungsteam der HSH Nordbank aus. Wenn Sie Interesse haben, am nächsten Stifterinnenfrühstück am 30. August 2013 teilzunehmen, setzen Sie sich gern mit Stiftungsberaterin Angela Krzykowski per E-Mail unter angela.krzykowski@hsh-nordbank.com oder telefonisch - 040 3333-14277 - in Verbindung.

Mehr Informationen finden Sie auf der Website von Ilses weite Welt GmbH.