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Stifterinnenfrühstück
30.04.2013

Zur Premiere für das Stifterinnenfrühstück in Berlin sprach Manuela Roßbach von Aktion Deutschland Hilft. Neben einer überzeugenden Idee nannte sie als tragende Säulen von Stiftungen gut gemachte Werbung und Transparenz.

Manuela Roßbach und Angela Krzykowski

Premiere in Berlin: Zum ersten Stifterinnen-Frühstück der HSH Nordbank in der Hauptstadt sprach Referentin Manuela Roßbach (r.) über die Aufgaben eines Notfall-Koordinierungsteams. Gastgeberin Angela Krzykowski (l.) ist im Private Wealth Management der HSH Nordbank als Relationshipmanagerin zuständig für die Betreuung von Stiftungen. (Foto: HSH Nordbank)

Die Stifterinnenfrühstücke des Private Banking bei der HSH Nordbank – diese Veranstaltungen sind in Hamburg und Kiel mittlerweile fester Bestandteil im Terminkalender engagierter Frauen, die sich in unterschiedlichen Funktionen für Stiftungen engagieren, sie gegründet haben und/oder leiten. Stiftungsfrühstück – das ist ein Treffpunkt, an dem neben interessanten Impulsvorträgen der gegenseitige Gedankenaustausch und die Vernetzung im Vordergrund stehen.

Am 12. April fand das Stifterinnenfrühstück jetzt zum ersten Mal in der Bundeshauptstadt statt. Das Stiftungsteam des Private Banking hatte in die Hamburger Landesvertretung eingeladen – und viele kamen. Bereits bei der gegenseitigen Begrüßung entspannen sich unter den Vertreterinnen unterschiedlichster, kleiner und großer Stiftungen angeregte Gespräche und zum Frühstück mussten die Gastgeber fast „drängen“.

Bündelung von Kräften im Katastrophenfall

Als Rednerin dieses Vormittages konnte Frau Manuela Roßbach gewonnen werden. Frau Roßbach ist Gründungsmitglied und Geschäftsführerin von Aktion Deutschland Hilft, einem Zusammenschluss deutscher Hilfsorganisationen für Katastrophenhilfe. Ziel dieses Bündnisses ist es, durch Bündelung der Kräfte im Katastrophenfall schneller und wirkungsvoller zu helfen und Spendengelder gemeinsam einzuwerben. In einem inspirierenden Vortrag schlug Frau Roßbach die Brücke von den Inhalten und Zielen des Bündnisses Aktion Deutschland Hilft über die operative Arbeit bis zu Themen, die sich mit Marketing und dem Einsatz unterschiedlichster Medien befassen, die den Bekanntheitsgrad der Organisation steigern, die Verbindung zu bestehenden und potenziellen Spendern optimieren und letztlich das Spendenaufkommen befördern sollen. Über allem steht dabei der Anspruch, hohen qualitativen Maßstäben insbesondere an Transparenz gerecht zu werden. Diese Transparenz und Seriosität sind, da ist sich Frau Roßbach sicher, ein entscheidender Aspekt für den Erfolg von Fundraising, also der Einwerbung von Geldern.

Aktion Deutschland Hilft besteht seit 11 Jahren. Es ist ein funktionierendes Bündnis mit einem prominent besetzten Kuratorium (u.a. Frank-Walter Steinmeier, Ruprecht Polenz, Regine Sixt) und dem ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker als Schirmherr. Bündnispartner sind zahlreiche Hilfsorganisationen wie der Arbeiter-Samariter-Bund, die Arbeiterwohlfahrt, Care Deutschland-Luxemburg, die Johanniter-Unfallhilfe, Malteser International, der Paritätische Wohlfahrtsverband und World Vision, um nur einige zu nennen. In den Jahren seines Bestehens hat das Bündnis viele Unterstützer erworben und sich zu einem „Haus der starken Marken“ entwickelt. Bis 2012 wurden insgesamt 709 Projekte (mit)finanziert.

Transparenz als unerlässliche Grundvoraussetzung

Herausforderung für Aktion Deutschland Hilft ist dabei die Tatsache, dass die Organisation stets erst dann in das Blickfeld der Öffentlichkeit gerät, wenn es im Katastrophenfall zu einem Einsatz kommt. Um die Wahrnehmung auch außerhalb des Krisenfalls zu stärken und eine hohe Wiedererkennung und damit Wirksamkeit zu ermöglichen, arbeitet Aktion Deutschland Hilft gezielt daran, seine Marke zu stärken. Dazu gehört eine professionelle Werbestrategie. Der Kommunikation über Online-Medien kommt dabei zunehmende Bedeutung zu. Frau Roßbach erläuterte anschaulich, wie herausfordernd es ist, die Inhalte, die man transportieren möchte, angemessen und „bedienerfreundlich“ auf einer Internetseite unterzubringen. Auch die Kontaktaufnahme über Social Media wie Facebook und Twitter gehört mittlerweile wie selbstverständlich dazu, bedarf aber aufwendiger Begleitung und Pflege.

Neben dem Ziel, die Bevölkerung in der Gesamtheit zu erreichen, liegt ein besonderer Schwerpunkt darin, bestehende Spender kontinuierlich und transparent zu informieren. Neben herkömmlichen Mailings gibt es Emergency Mailings im Krisenfall und  Notrufmagazine. Spender haben die Möglichkeit, sich via Internet jederzeit über die Verwendung der gespendeten Mittel zu informieren, Großspender erhalten regelmäßig Zwischenberichte über die Aktivitäten der Organisation. Zur Finanzierung und Umsetzung der umfangreichen Aufgaben strebt man darüber hinaus Kooperationen an. So fliegt nicht nur Lufthansa Cargo mit dem Logo von Aktion Deutschland Hilft auf einer seiner Maschinen um die Welt, sondern unterstützt auch beim Transport der Güter.

In der anschließenden Diskussion wurde schnell klar, dass  Markenstärkung und ein gezielteres Fundraising für alle Stiftungen – ob klein, ob groß -  ein Thema sind. Und es gab einen offenen und ehrlichen Austausch über Erfolge, aber auch über Widrigkeiten und Rückschläge, aus denen man lernt und Neues entwickelt. Und man hätte noch viel länger miteinander sprechen können. Es war schon fast Mittag, als die Runde sich auflöste – mit zahlreichen neuen Visitenkarten in der Tasche und dem 13. September 2013 als nächstem Termin für das 2. Stifterinnenfrühstück in Berlin.